Fliegen macht Spaß! Und wer mit dem UL, dem Motorsegler oder mit einer Motormaschine unterwegs ist, hat am meisten davon, wenn’s weiter weg geht, in Regionen die nicht nur besonders schön, sondern auch mal ein bisschen anspruchsvoller sind als immer nur das Nord-Münsterland. Ende Juli flogen sechs Pilot*innen der Luftsportgemeinschaft Steinfurt und zwei Piloten des Luftsportvereins Aachen in einer Woche gemeinsam durch Deutschland, Tschechien, Slowenien, Italien und Österreich. Was sie dabei erlebt haben und was das Ganze mit Schweinsbraten zu tun hat, erfahrt ihr hier:
Carla, Peter, Felix, Matthias, Johannes und Karsten aus Steinfurt sowie Andreas und Jochen aus Aachen kennen sich schon länger und wollten gemeinsam auf eine Flieger-Urlaubs-Tour gehen. Die älteren dieser Gruppe sind schon öfter zusammen geflogen; diesmal kamen noch zwei junge dazu, sodass die Altersspanne von 19 bis 68 Jahre reichte. Die Frage „Wohin denn?“ beantwortete die Flugwetterberatung des Deutschen Wetterdienstes, den wir wenige Tage zuvor angerufen und gefragt hatten, wo denn in unserer gemeinsamen Urlaubswoche das verlässlichste Flugwetter sein sollte. So machten wir uns Ende Juli auf den Weg in Richtung Südosten.
Sonntag Am Sonntagmittag trafen sich die sechs Steinfurter mit zwei ULs, einer Piper PA 18 und einem Motorsegler mit den zwei Rheinländern, die ebenfalls mit einem Motorsegler unterwegs waren, auf dem Flugplatz Bamberg, um von dort aus gemeinsam weiterzufliegen. Beim Abflug in Aachen schwärmte Andreas bereits: „Ui, Bamberg! Da gibt’s bestimmt leckeren Schweinsbraten mit Soß‘ und Klos! Ich freu‘ mich schon!“ Doch der Italiener am Flugplatz Bamberg enttäuschte Andreas in dieser Hinsicht, brachte uns aber sehr leckere Pizza an den Tisch.
Wir planten, noch am selben Nachmittag nach Strunkovice in Tschechien zu fliegen und dort zu übernachten. Es wurde ein schöner Flug über den Bayrischen Wald in die südwestliche Hügellandschaft Tschechiens. Es zeigte sich, dass die beiden ULs, eine Breezer und eine CTLS, etwas schneller unterwegs sind als die Motorsegler und die Piper. Ab da heben wir uns entschieden in zwei Formationen zu fliegen.
Die Fliegerkollegen am Flugplatz Strunkovice haben uns sehr herzlich empfangen. Wir hatten Zelte, Isomatten und Schlafsäcke mit, um am Flugplatz zu campen, doch die Tschechen boten uns Zimmer mit bezogenen Betten in ihrem Clubheim an, in denen wir später sehr gut schliefen. Pavel schmiss für uns die Fritteuse an und versorgte uns mit Fritten, Salat und gebackenem Käse. Und natürlich mit leckerem tschechischen Pivo (Deutsch: Bier). Der Ruf nach Schweinsbraten ging im blubberigen Brutzeln und Zischen der Fritteuse unter. Ein Spaziergang in den nahe gelegenen Ort Strunkovice und zurück beendete den aufregenden Tag. Wir alle schliefen tief und fest und träumten vom Bayrischen Wald und den tschechischen Bergen und Seen, und einer vielleicht auch von Schweinsbraten.
Montag Während des Frühstücks besprachen wir unsere weiteren Pläne. Wir konnten uns schonmal auf das Land einigen, Slowenien sollte es werden. Aber ob wir uns die beeindruckende Tropfsteinhöhle in Postojna anschauen wollten oder doch lieber in der Adria zu gehen wurde musste zuerst noch diskutiert werden. Mitten in unserer Planung stellten wir allerdings fest, dass der Wind über den Alpen unseren Flug Richtung Süden wohl sehr verzögern würde. Nach einem Tankstopp auf dem Flugplatz von Hosin, nördlich von Budweis, sollte es dann auf eine kürzere Strecke nach Pinkafeld im Burgenland Österreichs gehen, aber es war in den Bergen Wind bis 100 km/h angesagt, weshalb wir erst am späten Nachmittag losflogen, als sich der starke Wind gelegt haben sollte. Es hat uns westlich von Wien über den Ausläufern der Alpen dennoch heftig gebeutelt, und der Anflug auf Pinkafeld war sehr böig, sodass wir fliegerisch herausgefordert waren, unsere Flugzeuge sicher auf den Boden zu bringen.
Flugbetriebsleiter Hans begrüßte uns herzlich und bot an, auf dem Platz zu zelten oder auch ein Zimmer zu beziehen. Als wir ihn nach Restaurants fragten, sagte er, heute sei Montag und alle hätten zu. Wenn wir noch etwas zu essen haben wollten, müssten wir in den nahen gelegenen Discounter gehen und uns dort ein Picknick kaufen. Und das müsse schnell gehen, denn der Laden mache in 20 Minuten zu. Andreas traute sich nicht, seiner Hoffnung auf Schweinsbraten noch Ausdruck zu verleihen und räumte stattdessen mit Felix und Johannes das Convenience-Regal im Hofer leer. Aus dem Picknick unter der Remise am Vorfeld der Landebahn entwickelte sich ein sehr schöner Abend zusammen mit Hans, mit dem wir alle möglichen Geschichten austauschten. Die Nacht war längst sternenklar und windstill geworden, als wir müde und glücklich in die Schlafsäcke krochen
Dienstag Wir hatten vom Wetterdienst die Aussicht auf einen sicheren Alpenüberflug zurück nach Deutschland für Donnerstag bekommen. Somit stand einem Weiterflug nach Süden nicht im weg. Nach einem sehr netten Gespräch mit einem Mitglied des Aeroklub Postojna entschieden wir uns weiter nach Postojna im Südwesten Sloweniens zu fliegen und dort die riesigen Tropfsteinhöhlen zu besichtigen. Ganz bestimmt gäbe es dort auch endlich Schweinsbraten.
Also los! Wir stellten zwei Flugpläne für die Flüge nach Slowenien zusammen, einen für die Motorsegler-/Piper-Formation und einen für die ULs. Weil wir das als Freizeit-Pilot*innen nicht routinemäßig draufhaben, bekamen wir jeweils einen Anruf der österreichischen Flugsicherung, in dem die freundliche Lotsin mit uns noch ein paar Details zum Flugplan klärte. Wieder was gelernt! Und wie so oft schon wurde uns bestätigt, dass wir als Nicht-Profis im Luftverkehr keine Angst vor Auslandsflügen haben müssen. Die Profis helfen freundlich weiter, auch im Funk beim Durchflug von Lufträumen, die eine Freigabe erfordern oder auch einfach im Fluginformationsdienst. Zudem haben wir als altersgemischte Gruppe erlebt, dass wir täglich voneinander lernen konnten. Die älteren unter uns wussten oft, wie’s geht oder worauf man achten muss, und die jüngeren waren schneller und zielgerichteter bei der Nutzung der Navigationssoftware und der Wetterdaten. Außerdem bekamen wir Routine darin, in einer Formation zu fliegen und diese so sicher wie möglich zu machen. Mal ganz abgesehen davon, dass es sehr schön ist, wenn man vor der oft grandiosen Kulisse der überflogenen Landschaft noch die anderen Flieger bei sich sieht.
Nach der Verabschiedung von Hans, der schon wieder Flugleiterdienst schob, flogen wir planmäßig in rund 2 Stunden nach Postojna und bekamen dort am Mittag – Pizza! Das kleine italienische Lokal stärkte uns so für den Besuch der Tropfsteinhöhlen. Andreas wurde auf den Abend vertröstet, wo wir ganz sicher endlich den ersehnten…. na, ihr wisst schon. Die Besichtigung der Höhlen von Postojna lohnte sich sehr! Wir fuhren mit einer Bahn in den Berg und bekamen eine geführte Wanderung durch die schönsten und spektakulärsten Teile des Höhlensystems. Riesige Säle mit Tropfsteinen und Säulen wechselten sich mit schmalen Gängen ab. Die Farben spielten zwischen Weiß, Beige und Rot. Wir erfuhren vom Guide, über welche unfassbar großen Zeiträume die Höhlen entstanden waren und dass dort Grottenolme leben, von denen wir später sogar welche zu sehen bekamen. Außerdem war es dort mit 10°C angenehm kühl, wobei es draußen weit über 30° hatte.
Raus aus der Höhle und rein ins nächste Traditionslokal in Postojna – hatten wir uns gedacht. Doch einige Restaurants waren geschlossen, und andere hatten keinen Platz für uns acht. Die Hoffnung auf Schweinsbraten aufgebend hätten wir uns sogar mit frittierten Grottenolmen im Bierteigmantel zufriedengegeben, doch das einzige Lokal, dass uns reinließ war – eine Pizzeria! Die Pizza „Würstel“ kam zwar dem Schweinsbraten in keiner Weise nahe, noch schaffte es die Pizza „Mare“ den echten Geschmack frittierter Grottenolme zu treffen, doch spätestens nach den hervorragenden italienischen Desserts waren wir alle glücklich und satt. Und eigentlich auch bettschwer. Aber als wir auf dem Fußweg zurück zum Flugplatz, wo unsere Zelte auf uns warteten, über den Marktplatz von Postojna kamen, erlebten wir ein „Umsonst-und-draußen-Konzert“ einer 12-köpfigen Brass-Band, die der Stadt einheizte – aber so richtig! Und obwohl wir kein Slowenisch sprechen und erst recht nicht textsicher waren, riss uns die Musik mit und wir fielen in der jubelnden Menge nicht weiter auf. Gut gelaunt und voller Eindrücke machten wir uns bereits im Dunkeln auf den Weg zurück zum Flugplatz, wo wir allerdings feststellen mussten das wir in der Mittagshitze zu Faul wahren unsere Zelte aufzubauen. Naja, wofür man nicht alles einen Landescheinwerfer hat 🙂
Mittwoch Der nächste Tag brachte uns einen Flug mit atemberaubenden Ausblicken. Wir starteten wieder in zwei Formationen und mit Flugplan gegen Mittag in Postojna und hatten Trento nördlich von Bozen zum Ziel. Dort kannte Jochen einen Bergsee mit Campingplatz, wo wir baden gehen wollten. Wir planten beim Frühstück die Strecke über Triest, entlang der Adriaküste, an Venedig vorbei und dann nordwärts über den Gardasee bis in die italienischen Alpen. Kurz nach dem Start kam nach ein paar Bergen die Adria schon in Sicht. Klar konnten wir Triest links von uns liegen sehen und flogen dann in 1.400 Fuß über dem Wasser unterhalb des Luftraums D die Küste entlang. Unsere Flugzeuge lagen wie ein Brett in der Luft, wir hatten nicht viel zu navigieren und konnten uns nicht sattsehen an den Ausblicken auf das Meer und die Küstenlinie. An Venedig flogen wir südlich vorbei, aber nahe genug, um die Stadt von schräg oben zu betrachten: Kanäle, Boote, Paläste…
Bei Verona bogen wir nach Norden ab, stiegen ordentlich und flogen mittig über den Gardasee nach Trento. Es war wie das Durchfliegen einer riesigen Schlucht mit karibikfarbenem Wasser unter uns. Der Gardasee ist sicher auch vom Boden aus schön anzusehen, doch aus der Luft ist das Raumgefühl überwältigend. Unser Ziel, die Laghi di Lamar bei Trento, erreichten wir etwas später per Taxi und gingen erst einmal baden. Unser Campingplatz in der Nähe hatte eine Bar und – eine Pizzeria. Sicher müsste an dieser Stelle nichts weiter dazu gesagt werden, wäre es nicht wieder besonders lecker und freundlich gewesen! Wir saßen noch lange nach dem Essen an der Bar in der lauen Sommernacht und ließen alles noch einmal vor unserem geistigen Auge vorbeiziehen.
Donnerstag Der Tag der Alpenüberquerung! Wie vorhergesagt, entwickelte sich das Wetter prächtig. Wir standen früh auf, waren an diesem Tag die allerersten im Bergsee, genossen das Schwimmen mit Nebelschwaden über dem See und ein kleines Frühstück und planten unseren Flug. Am späten Vormittag hatten wir die Flugpläne aufgegeben und die Zelte abgebaut. Ein Taxi brachte uns zurück zum Flugplatz. Carla und Peter hatten mit ihrem Flieger-Freund Flo, der im Aero-Club Dachau fliegt, ausgemacht, dass wir dort übernachten konnten. Unsere Aufregung stieg. Wir wollten hoch und mit gebührendem Abstand zu den Bergen fliegen. Vor diesem Alpendurchflug hatten wir Respekt.
Nach dem Start vom Flugplatz Trento flogen wir wieder in zwei Formationen das Etschtal entlang in die Dolomiten und stiegen dabei langsam, aber sicher auf 7.800 Fuß. Noch bevor wir Bozen erreichten, konnten wir nach links einen Blick auf die Brentagruppe werfen, die majestätisch ihre Gipfel in den Himmel reckte. Kurz darauf kam auf der rechten Seite der Sellastock in Sicht und formte mit all den weiteren Gipfeln das traumhaft schöne Dolomitenpanorama. Im Vergleich dazu erschien uns der Brennerpass, als wir ihn erreichten, nur ein kleiner Hügel zu sein. Wir schwebten jedenfalls hoch über ihn und die Europa-Autobahnbrücke hinweg nach Innsbruck. Dem Inntal folgend gelangten wir schließlich nach Mittenwald und flogen über den Walchen-, Kochel- und Starnberger See und über die Innenstadt Münchens zum Dachauer Flugplatz, wo wir -einer nach dem anderen- in kurzer Abfolge landeten. Wir hatten es nicht nur geschafft, die Alpen sicher zu überqueren, es war auch noch wunderschön!
Als wäre das alles noch nicht genug Schönes gewesen, brachte uns Flo in ein Dachauer Wirtshaus, wo es unter anderem tatsächlich den ersehnten Schweinsbraten gab! Nach der kurzen Erklärung, dass es in Bayern „Knödel“ und nicht „Kloß“ heißt, brachte die Wirtin allen, die wollten, eben solche mit Schweinsbraten und Soße. Endlich war auch dieses Ziel erreicht!
Zurück am Flugplatz hielt Flo noch ein besonderes Schmankerl bereit. Er schlug eine Münchener Stadtführung aus der Luft vor. So starteten wir als Formation mit 4 Flugzeugen und Flo als Formation-Leader im Dachauer Falken zu einem geführten München-Rundflug bei untergehender Sonne. Flo gab die Kommandos nachdem wir alle abflugbereit an der Startbahn standen: „Schweinsbraten-Geschwader Eins: Start frei!, Schweinsbraten-Geschwader Zwei: Start frei…“, bis alle in der Luft waren und die Formation eingenommen hatten. Hier bewährte sich, dass wir das Formationsfliegen geübt hatten, und wir konnten den Rundflug in ruhiger Abendluft sehr genießen.
Freitag Zack! Uns wurde bewusst, dass der größte Teil unserer Tour bereits vorbei war und wir so langsam wieder in Richtung Heimat fliegen würden. Matthias hatte allerdings den Luftsportfreunden Wesel versprochen, dass er ab Freitagabend bei deren Organisation und Durchführung des Aeroclub-Fly-In-NRW mithelfen würde. Wir nahmen das zum Anlass, dort gemeinsam unsere Tour zu beenden. Dieser Freitag war sehr schwül und warm, sodass wir den Flug nach Wesel mit Zwischenstopp in Reichelsheim als etwas mühseliger empfanden als die spektakulären Flüge zuvor. Doch als die Weseler Fliegerfreunde uns herzlich begrüßt und wir die Zelte aufgestellt hatten, wurde es noch ein lustiger Abend. Im Rahmen der „Pauken-Plunder-Promenade-Tage“ veranstaltete die Stadt Wesel direkt am Flugplatz ein spektakuläres Feuerwerk. Und in der Stadt war Kirmes und Volksfeststimmung, sodass wir alle so schnell nicht zur Ruhe kamen.
Samstag Wir unterstützten den ganzen Tag über die Weseler Flieger bei der Ausrichtung des Aeroclub-Fly-In-NRW. Natürlich gab es viele Leute zu treffen, zu erzählen und Flugzeuge zu bestaunen. Und selbstverständlich liefen auch hier die Fritteusen heiß und bogen sich die Kuchentische. Ein toller Rahmen, um sich noch einmal zu unserer Urlaubs-Tour auszutauschen und die vielen schönen Momente revue passieren zu lassen.
Und wir waren uns einig: Die Mischung aus jüngeren und älteren Piloten*innen hat uns sehr gut getan! All diese anspruchsvollen und fantastischen Flüge gemeinsam zu planen und durchzuführen gab uns allen das Gefühl, voll dabei zu sein und gemeinsam Abenteuer zu erleben. Und es hat die Flüge sicherer gemacht, weil wir in der gemeinsamen Planung alle Eventualitäten durchgingen. Mit einsetzender Wehmütigkeit löste sich das Schweinsbraten-Geschwader am Abend auf. Es hatte eine ganze, wundervolle Woche lang existiert. Doch schon im Querabflug in Wesel, im Steigflug den Rhein überquerend und mit der schon rötlich scheinenden Abendsonne am Horizont wurde uns klar: Bei uns ist es auch schön!
Wie aber auch der Innsbrucker Radarlotse nach einem langen Einleitungsanruf sagte: ,,Sie kinnan mir jo ned stundenlong irgendwelche gschichten erzählen“, wollen wir es auch dabei belassen. Aber nächstes Jahr geht es für uns ganz ganz sicher wieder gemeinsam los! 🙂
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/08/Mittwoch_Der-Morgen-nach-einer-Nacht-unter-den-Fluegeln.jpg6782014Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-08-19 11:20:112026-08-19 11:20:15Das Schweinsbratengeschwader auf Sommertour
Vom 15.07. bis 19.07.2026 wurde der Verkehrslandeplatz nur eineinhalb Monate nach der Ausrichtung einer Segelflugmeisterschaft zum Veranstaltungsort der 32. Offenen Deutschen Meisterschaft im Rallyeflug. Carla Peters und Peter Leineweber waren als von der Bundeskommission Motorflug geförderte Jugendcrew dabei. Von ihrem tollen fliegerischen Entwicklungspfad – weg vom Tablet und hin zur komplett autarken Papierkartennavigation – berichten sie uns in diesem Beitrag.
Etwa ein Jahr ist es her, dass wir beim Deutschlandflug 2025 erstmals in die Welt des Navigationsflugs eingetaucht sind. Damals starteten wir als absolute Neulinge in der Newcomer-Kategorie und durften noch ein Tablet zur Unterstützung bei der Navigation nutzen. Wir sind Peter Leineweber und Carla Peters von der Luftsportgemeinschaft Steinfurt. Seit diesen ersten Erfahrungen waren wir bei der Deutschen Meisterschaft im Air Navigation Race 2025 in Marpingen und beim Allgäuflug 2026 dabei, haben viele Menschen aus der Navigationsflug-Community kennengelernt und dabei immer mehr Freude an dieser besonderen Art des Fliegens gefunden.
Nun wartete die nächste Herausforderung auf uns: die 32. Offene Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug in Zwickau. Es war nach dem Allgäuflug unser zweiter Rallyeflug überhaupt. Für uns stand fest: Newcomer waren wir lange genug. Dieses Mal traten wir in der Advanced-Kategorie an (vielleicht auch durch etwas Motivation seitens der Wettbewerbsleitung). Damit verbunden waren auch der Verzicht auf den prüfenden Blick auf das Tablet während der Navigation sowie eine anspruchsvollere Flugvorbereitung mit selbst zu konstruierenden Routen und weniger Vorbereitungszeit.
Am Mittwoch, dem 15. Juli, starteten wir mit unserer ASK 16, der D-KITY, in Borghorst-Füchten. Bei schönem Wetter kamen wir gut durch und erreichten Zwickau nach rund zweieinhalb Stunden Flugzeit. Natürlich waren wir schon etwas aufgeregt. Gleichzeitig freuten wir uns sehr darauf, viele bekannte Gesichter aus vergangenen Navigationsflugevents wiederzusehen. Dieses Wiedersehen gehört für uns inzwischen genauso zu den Veranstaltungen wie das Fliegen selbst. Da wir erst abends ankamen, konnten wir die Trainingsstrecke vor Ort leider nicht mehr absolvieren. Ganz unvorbereitet waren wir jedoch nicht: Bereits zuvor hatten wir an unserem Heimatflugplatz eine nahegelegene Route eines ehemaligen Deutschlandflugs abgeflogen und dadurch ein gutes Gefühl gehabt. Trotzdem wäre es hilfreich gewesen, die Umgebung rund um Zwickau bereits aus der Luft kennenzulernen. Beim Rallyeflug orientiert man sich stark an Bodenmerkmalen und sucht entlang der Strecke nach Bildern und Zeichen. Eine unbekannte Landschaft macht die Aufgabe daher noch einmal anspruchsvoller und zugleich spannender.
Der erste große Unterschied zum Deutschlandflug zeigte sich bereits am ersten Wertungstag bei der Vorbereitung. Als Newcomer hatten wir bisher eine bereits eingezeichnete Strecke erhalten. In der Advanced-Kategorie mussten wir dieses Mal unsere Route selbst konstruieren. Auf der Karte war zunächst nur der Flugplatz Zwickau als Take-off Point eingezeichnet. Den Start Point, den Final Point und rund zehn weitere Wendepunkte mussten wir anhand von Koordinaten, Entfernungen und Richtungsangaben selbst bestimmen. Dafür arbeiteten wir mit einem Navigationsdreieck und Minutenlinealen. Anschließend zeichneten wir die Kurse und Zeitmarkierungen entlang der Strecke ein. Eine Route enthielt sogar einen Kreisbogen, bei dem sich der zu fliegende Kurs kontinuierlich veränderte; ohne Zirkel als Konstruktionsmittel wäre das nicht möglich gewesen. Für jeden zu konstruierenden Wegpunkt standen uns bei den Wertungsflügen nur drei Minuten zur Verfügung. Danach blieben weitere 15 Minuten, um das Flugzeug vom Abstellplatz bis zur Startbahn zu bringen. An eine ruhige Planung in der Halle war daher nicht zu denken. Stattdessen breiteten wir unsere Karte auf der Tragfläche der ASK 16 aus und arbeiteten konzentriert gegen die Uhr. Das Plotten machte die Vorbereitung deutlich anspruchsvoller, aber gerade diese Aufgabe bereitete uns viel Spaß. Aus einzelnen Angaben entstand Schritt für Schritt eine vollständige Route, und wenn am Ende alle Punkte zusammenpassten, war das jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis.
Weil das Plotten für uns noch neu war, blieb anfangs weniger Zeit, um die Streckenbilder vorab zu sichten und bereits am Boden auf der Karte möglichen Streckenabschnitten zuzuordnen. Selbst beim Rollen und beim Start suchte Carla als Navigatorin weiter, während Peter als Pilot das Flugzeug flog. Das erste Mal richtig von der Karte aufgeschaut hatte sie somit erst etwa fünf nautische Meilen hinter dem Starting Point, denn ab dort konnten die Streckenbilder erst auftauchen. Von Flug zu Flug wurden wir jedoch schneller. Die Arbeitsschritte wurden vertrauter, unsere Aufgabenteilung klarer und die Vorbereitung insgesamt routinierter. Diese Entwicklung innerhalb weniger Tage direkt zu bemerken, war ein richtig gutes Gefühl.
Die größte Veränderung war für uns das Fliegen ohne digitale Orientierungshilfe. Davor hatten wir großen Respekt. Beim Deutschlandflug konnten wir unsere Position jederzeit auf dem Tablet überprüfen. Bei der offenen Deutschen Meisterschaft in Zwickau mussten wir uns vollständig auf unsere Karte, die Landschaft, den Kompass, die Stoppuhr und unsere Zusammenarbeit verlassen, wenngleich das Tablet natürlich für den Worst Case in der Tasche dabei war. Umso schöner war der Moment, als wir auf der ersten Strecke merkten, dass die Orientierung erstaunlich gut funktionierte. Straßen, Ortschaften, Waldstücke und andere markante Geländemerkmale ließen sich auf der Karte wiederfinden. Jeder erkannte Punkt bestätigte uns, dass unsere Planung stimmte und wir auf dem richtigen Weg waren. Ohne den Blick auf einen Bildschirm fühlte sich die Navigation viel unmittelbarer an. Wir beschäftigten uns intensiver mit der Landschaft und merkten, dass wir auf unsere eigenen Fähigkeiten vertrauen konnten. Das Tablet wegzulassen war daher nicht nur eine zusätzliche Schwierigkeit, sondern vor allem ein großer Entwicklungsschritt. Nach dem ersten Wertungsflug wussten wir: Wir können eine Wettbewerbsstrecke auch ohne digitale Positionsanzeige bewältigen und sicher am Zielort ankommen.
Die Orientierung war allerdings nur ein Teil der Aufgabe. Uns wurde klar, wie viel im Cockpit parallel bei uns als Crew passieren muss: Kurs und Zeit kontrollieren, die Landschaft mit der Karte abgleichen, Wendepunkte erkennen und zusätzlich nach Streckenbildern und kleinen Bodenzeichen suchen. Für unseren zweiten Rallyeflugwettbewerb überhaupt gab es eine Menge zu tun. Während die Navigation überraschend gut funktionierte, bereitete uns die Bildersuche deutlich mehr Schwierigkeiten. Die Bodenzeichen fanden wir gar nicht, und auch bei den Streckenfotos sammelten wir einige Strafpunkte. Genau hier liegt für uns noch viel Potenzial für die nächsten Wettbewerbe. Unser zweiter Wertungsflug wurde, gerechnet nach Strafpunkten, zu unserem Besten. Die Vorbereitung verlief bereits routinierter, die Navigationsstrafpunkte waren geringer, und auch die am Ende des Fluges durchzuführende Präzisionslandung gelang besser als beim ersten Flug.
Auf dem dritten Flug verflogen wir uns gegen Ende kurz. Ohne Tablet gibt es in einem solchen Moment keinen Bildschirm, der sofort den Weg zurück zur Route zeigt. Trotzdem blieben wir ruhig, verglichen gemeinsam Karte und Landschaft und arbeiteten strukturiert an einer Lösung, wodurch wir nach kurzer Zeit wieder auf Kurs waren. Der Fehler kostete uns zwar Punkte, zeigt zugleich aber, wie gut wir inzwischen als Team zusammenarbeiten. Gerade wenn nicht alles nach Plan läuft, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, klar zu kommunizieren und gemeinsam die Orientierung zurückzugewinnen.
Am Ende erreichten wir den zweiten Platz in der Advanced-Kategorie. Die Platzierung war für uns deshalb weniger wichtig als das, was wir während der Meisterschaft gelernt hatten. Wir hatten erstmals eigene Wettbewerbsrouten konstruiert, unter gewissen Zeitdruck gearbeitet und drei Strecken ohne digitale Navigationshilfe bewältigt. Von Flug zu Flug wurden unsere Abläufe sicherer, und wir merkten deutlich, wie viel wir in einem Jahr fliegerisch dazugelernt hatten. Vor allem hatten wir dabei jede Menge Spaß und viele Aha-Momente. Nach jedem Flug gab es etwas, worüber wir uns freuen, lachen oder das wir beim nächsten Mal verbessern konnten.
Ein erfolgreicher zweiter Platz für Peter und Carla in der Advanced-Kategorie.Neben der Silbermedaille gab es auch eine in Gold, nämlich für die Jugendwertung.
Mindestens genauso wichtig wie der Wettbewerb war für uns die Community. Schon bei der Ankunft wurden wir von vielen bekannten Gesichtern herzlich begrüßt. Die gemeinsamen Abende boten viel Zeit für Gespräche und den Erfahrungsaustausch. Besonders schön war der Grillabend am Freitag. Nach den Wertungsflügen konnten wir zusammensitzen, die Erlebnisse des Tages besprechen und uns den einen oder anderen Tipp von den erfahreneren Crews holen. Wir erlebten viel Unterstützung und Offenheit. Fragen wurden gerne beantwortet und Erfahrungen geteilt. Gerade für uns als noch relativ junge Crew ist diese Atmosphäre unglaublich motivierend. Außerdem lernten wir das zweite geförderte Jugendteam mit Leon und Tim aus Koblenz kennen. Wir hoffen sehr, die beiden bei vielen weiteren Navigationsflugveranstaltungen wiederzutreffen.
Am Samstag fand keine weitere Wertung statt. Dafür wartete noch ein besonderes Erlebnis auf uns: Gemeinsam mit der D-EHUZ und der D-EMSM starteten wir zu einem Formationsflug, bei dem Fotos der Flugzeuge in der Luft aufgenommen wurden. Gemeinsam mit den anderen Flugzeugen unterwegs zu sein war ein wunderschöner Abschluss der Woche. Dieser Flug hatte zwar nichts mehr mit Wendepunkten oder Strafpunkten zu tun, gehört aber trotzdem zu unseren schönsten Erinnerungen an die Meisterschaft. Am Samstagabend machten wir uns schließlich auf den Heimweg; mit vielen neuen Erfahrungen, schönen Begegnungen und großer Vorfreude auf alles, was noch kommt.
Vor einem Jahr wussten wir beim Deutschlandflug noch nicht genau, was uns im Navigationsflug erwarten würde. Inzwischen haben wir mehrere Veranstaltungen besucht, viele Menschen wiedergetroffen und uns immer neuen Herausforderungen gestellt. Die Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug war für uns ein besonderer Meilenstein. Das erste Mal ohne Tablet zu fliegen und die Route selbst zu konstruieren, hatte uns zuvor Respekt eingeflößt. Am Ende war es aber genau diese Herausforderung, die uns viel Freude und Vertrauen in unsere Fähigkeiten gab. Wir wissen nun, dass wir uns auch ohne digitale Hilfe orientieren können. Wir haben gelernt, unter Zeitdruck eine Route vorzubereiten und auch in schwierigen Situationen als Team ruhig und strukturiert zusammenzuarbeiten. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber genau darauf freuen wir uns. Es gibt noch so viel zu lernen und auszuprobieren.
Eines steht für uns fest: Der Navigationsflug wird uns so schnell nicht wieder loslassen. Wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen, neue Herausforderungen und darauf, immer weiter in diese tolle Community hineinzuwachsen.
Unser herzlicher Dank gilt der Bundeskommission Motorflug für die Jugendförderung, den Organisatorinnen und Organisatoren in Zwickau sowie allen Crews, die uns unterstützt und ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Ein besonderer Dank gilt dem Aero-Club Zwickau, der sich mit viel Engagement ganz abseits der sportlichen Herausforderung um ein einzigartiges Erlebnis an seinem wunderschönen Flugplatz in Sachsen kümmerte.
Text: Carla Peters, Peter Leineweber & Oliver Meindl Fotos: Tom Illgner, Carla Peters & Peter Leineweber
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_6238.webp9001600Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-08-04 15:44:182026-08-04 15:44:19Fliegen geht auch ohne Tablet! Ein Blick der Jugend auf die 32. Offene Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug
Die Luftsportgemeinschaft Steinfurt durfte auch in diesem Jahr wieder die Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie des UKM Münster mit ihren Familien auf dem Flugplatz begrüßen. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung und verbrachten gemeinsam einen abwechslungsreichen Tag fernab von Krankenhausalltag und Sorgen. Schon bei der Ankunft war die Vorfreude groß. Nach der Begrüßung zog es viele Besucher direkt auf das Vorfeld, wo die Flugzeuge für die Rundflüge bereitstanden. Für einige Kinder war es der erste Flug überhaupt. Entsprechend groß war die Spannung vor dem Start. Doch die anfängliche
Aufregung wich schnell der Begeisterung, sobald sich die Maschinen in die Luft erhoben und das Münsterland aus der Vogelperspektive erkundet werden konnte.Das Wetter zeigte sich dabei von seiner freundlichen Seite. Bei angenehmen Temperaturen, vielSonnenschein und nur wenig Wind herrschten nahezu ideale Bedingungen für die Rundflüge. So konnten zahlreiche Starts und Landungen durchgeführt werden, zur Freude der kleinen und großenGäste ebenso wie der ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten.
Neben den Flügen sorgte auch die Freiwillige Feuerwehr wieder für ein spannendes Rahmenprogramm. Mit ihren Fahrzeugen und der Drehleiter bot sie eine willkommene Alternative für die Zeiten zwischen den Flügen und weckte bei vielen Kindern große Begeisterung. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Dank zahlreicher Helferinnen und Helfer sowie vieler Spenden stand ein reichhaltiges Kuchen- und Salatbuffet bereit. In entspannterAtmosphäre konnten sich Gäste und Vereinsmitglieder austauschen und gemeinsam einen unbeschwerten Tag genießen.
Besonders beeindruckend war einmal mehr das Engagement aller Beteiligten. Viele Vereinsmitglieder hatten sich bereits Wochen im Voraus auf die Veranstaltung vorbereitet und standen den ganzen Tag als Piloten, Helfer am Boden oder Organisatoren im Einsatz. Am Ende des Tages waren sich alle einig: Die Veranstaltung war erneut ein voller Erfolg. Die strahlenden Gesichter der Kinder und ihrer Familien waren der schönste Dank für alle Beteiligten und zugleich Motivation, diese besondere Tradition auch in Zukunft fortzuführen. Ebenfalls geht ein großer Dank an den Präsidenten des Deutschen Aeroclubs, Claus Cordes, der uns in diesem Jahr zu diesem besonderen Tag besucht hat und ebenfalls Rundflüge mit den Kindern gemacht hat.
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_3481-scaled.jpg17142560Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-06-15 18:26:112026-06-15 18:26:13Fliegen mit krebskranken Kindern 2026
Am Pfingstwochenende haben wir als LSG Steinfurt gemeinsam mit unserem Nachbarverein LfV Greven und dem Segelfliegerclub Twente ein kleines, aber rundum gelungenes Pfingstlager auf unserem Flugplatz veranstaltet.
An den drei Tagen herrschte reger Flugbetrieb. Insgesamt konnten wir über 250 Starts verzeichnen, vom Schulungsflug bis hin zu längeren Thermikflügen war alles dabei. Das Wetter spielte sehr gut mit mit und sorgte dafür, dass die Pilotinnen und Piloten die Tage ausgiebig genießen konnten.
Mindestens genauso wichtig wie die vielen Flüge war aber das Miteinander. Das Pfingstlager bot die perfekte Gelegenheit, sich vereinsübergreifend auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Freundschaften zu pflegen. Ob beim Flugbetrieb, beim gemeinsamen Essen oder beim gemütlichen Beisammensein am Abend, der Spaß kam definitiv nicht zu kurz.
Besonders gefreut hat uns die tolle Zusammenarbeit zwischen den drei Vereinen. Gemeinsam haben wir gezeigt, wie gut Vereinsgrenzen und sogar Landesgrenzen überwunden werden können, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Unterstützung und der Teamgeist aller Beteiligten haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Wochenende so erfolgreich verlaufen ist.
Wir bedanken uns bei unseren Gästen aus Greven und Twente für ein großartiges Pfingstwochenende und freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Flugtage.
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_6105-scaled.jpeg25601920Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-06-08 23:09:232026-06-08 23:09:24Über 250 Starts beim gemeinsamen Pfingstlager
Über das Himmelfahrtswochenende vom 15.05. bis 17.05. stand für fünf flugbegeisterte Piloten eine besondere Tour auf dem Programm. Mit unserer ASK16, der FK9 und einer CTLS starteten wir am Freitagmorgen in Borghorst und nahmen Kurs Richtung Ostsee. Die erste Etappe führte uns über Rotenburg bis nach Stralsund. Schon bei der Ankunft wurden wir dort herzlich empfangen. Das gemütliche Clubheim bot die perfekte Unterkunft und sorgte direkt für eine tolle Fliegeratmosphäre. Den Abend ließen wir gemeinsam in einem schönen Lokal bei gutem Essen und vielen Gesprächen ausklingen.
Am Samstag ging es zunächst nach Rügen zum Tanken, bevor der wohl schönste Flugabschnitt der Reise begann. Entlang der beeindruckenden Kreidefelsen bot sich uns ein einmaliger Blick auf die Ostseeküste, ein Erlebnis, das man aus der Luft kaum beschreiben kann. Weiter führte die Route nach Heringsdorf auf Usedom, wo wir die Flugzeugausstellung Hangar 10 besuchten. Zwischen historischen Flugzeugen und spannenden Eindrücken verging die Zeit wie im Flug. Anschließend machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Stralsund. Auch dieser Abend endete in geselliger Runde in einem netten Restaurant und rundete einen perfekten Flugtag ab.
Am Sonntag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Der Rückflug führte uns entlang der Ostseeküste über Lübeck zurück nach Borghorst. Bei bestem Wetter und wunderschönen Ausblicken konnten wir die letzten Stunden dieser Tour noch einmal in vollen Zügen genießen.
Drei Tage voller beeindruckender Flüge, toller Landschaften, guter Stimmung und echter Fliegerkameradschaft machten diese Tour zu einem rundum gelungenen Erlebnis, an das wir uns sicher noch lange erinnern werden.
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_5891-scaled.jpeg19202560Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-05-21 15:39:102026-05-21 17:48:37Über Kreidefelsen und Küstenlinien – Die Himmelfahrtstour 2026
Naja, an dieses eher olympische Motto wollen wir dann doch nicht heranreichen, aber ein Körnchen Wahrheit wird steckt im Mai für die LSG drin.
Der Twentsche Zweefvlieg Club aus Enschede hat uns in den letzten Tagen einen Hilferuf geschickt. Deren Grasbahn ist grundüberholt worden und kann daher in den nächsten Wochen nicht genutzt werden. Und da wir von Enschede aus einer der nächstgelegenen Segelflugplätze sind, haben sie angefragt, ob sie im Mai bei uns unterkommen können. Schnell war klar, dass wir helfen wollen.
An drei Wochenenden im Mai kommen bis zu 15 Personen mit max. 4 Flugzeugen zu uns, um unseren Segelflugbetrieb zu verstärken. Außerdem bringen sie eine 4-Trommel-Winde und einen passenden Lepo mit. Als Gegenleistung dafür, dass sie unseren Platz mitbenutzen dürfen, schleppen sie an den jeweiligen Tagen alle unsere Segelflugzeuge kostenlos in die Luft.
Wir freuen uns auf interessante Begegnungen und eine Bereicherung für unseren Flugbetrieb.
https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2026/05/5CE9D94C-FCE2-4F94-B475-032BFC9B6FEB.jpg480720Peter Leineweberhttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngPeter Leineweber2026-05-12 21:15:312026-05-12 21:15:32Die Welt zu Gast in Borghorst-Füchten
Die LSG Steinfurt freut sich, in diesem Jahr Gastgeber des Jugendvergleichsfliegens 2025 auf dem Flugplatz Borghorst-Füchten zu sein.
Vom 12.09 – 14.09.2025 werden sich zahlreiche flugbegeisterte Jugendliche aus ganz NRW treffen, um ihr fliegerisches Können im Segelflug zu präsentieren und sich in verschiedenen Wertungsflügen untereinander zu messen.
Das Jugendvergleichsfliegen ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Luftsportjugend. Es bietet jungen Piloten die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, den Umgang mit Wettbewerbssituationen zu üben und den Teamgeist innerhalb der Gemeinschaft zu stärken.
Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Unser Organisationsteam arbeitet intensiv daran, allen Teilnehmenden, Helfern und Gästen ein gelungenes und unvergessliches Wochenende zu ermöglichen. Neben dem sportlichen Teil werden selbstverständlich auch das gemeinsame Miteinander und der Austausch unter den Vereinen im Mittelpunkt stehen.
Wir heißen schon jetzt alle Teilnehmer herzlich willkommen und freuen uns auf eine erfolgreiche und spannende Veranstaltung.
Lange Gesichter machten die Mitglieder der LSG noch am Morgen des 22.5.25. Sagten die einschlägigen Wettervorhersagen doch Seitenwind mit bis zu 30 Knoten in Böen voraus – viel zu viel, um mit den leichten Flugzeugen sicheren Flugbetrieb gewährleisten zu können. Und der war eigentlich wie immer die Hauptattraktion beim Fliegen mit den Patient(inn)en der Kinderonkologie am UKM und ihren Angehörigen.
Zum Glück stand mit der freiwilligen Feuerwehr ein spannendes Alternativprogramm zur Verfügung. Mit der Drehleiter ging es auch ohne Flugzeug in schwindelerregende Höhen. Und am Schlauch konnten alle ihre Treffsicherheit beim Wegspritzen von Lübecker Hüten ausprobieren.
Und dann hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen. Zwischen den Schauern schlief der Wind zeitweise etwas ein, und so konnten doch noch die ersehnten Rundflüge stattfinden. Auch wenn es dabei durchaus wackelig zuging, hatten sowohl Piloten als auch Passagiere ihren Spaß.
Und ein dank zahlreicher Spenden gut gefülltes Buffet sorgte dann auch noch für das sonstige Wohlbefinden.
Am Ende waren dann alle hochzufrieden. Die Gäste, weil sie einen tollen Tag erleben durften. Und die Gastgeber, weil genau das gelungen war.
Vielen Dank an alle, die sich daran so tatkräftig beteiligt haben!
Gruß
Hans Joachim
Fotogalerie mit Eindrücken vom Tag
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https://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2025/08/Gruppenbild-scaled.jpg17072560Markus Bültbrunehttps://www.lsgsteinfurt.de/wp-content/uploads/2015/06/LSG_Steinfurt_Logo.pngMarkus Bültbrune2025-08-06 16:25:302025-08-06 16:38:36Besuch der Patienten der Kinderonkologischen Station des UKM bei der LSG
Die Wetterprognosen sehen gut aus: Kein Regen zu erwarten, wenig Wind und viel Sonne. Mit dieser beruhigenden Vorhersage steigen wir auf unserem Heimatflugplatz Borghorst- Füchten im Münsterland in die ASK 16 D-KITY unseres Vereins, der LSG Steinfurt, und starten nach Lahr im Schwarzwald. Nach kurzem Zwischenstopp in Koblenz wechseln wir auf Lahr Tower und hören immer mehr Flugzeuge, die wie wir zum Deutschlandflug anreisen. Der Anflug ist dementsprechend anspruchsvoll: So viele Flugzeuge in einer Platzrunde haben wir selten erlebt. Wir, das sind Peter Leineweber und Carla Peters. Wir sind 18 & 19 Jahre alt und nehmen zu ersten Mal am Deutschlandflug teil.
Die Idee zur Teilnahme kommt uns im Winter. Wir werden auf die Möglichkeit der Förderung von Jugendcrews aufmerksam und schnell packt uns die Begeisterung. Aus dem Verein kommt eine Menge Rückhalt und Motivation, sodass wir uns schließlich um die Förderung bewerben. Gespannt warten wir auf das Ergebnis der Bewerbung. Am Ostersonntag dann die Erleichterung, wir sind dabei. Ab da beginnt die Vorbereitung auf den Deutschlandflug. Wir gucken uns verschiedenste Karten an, Videos von vergangenen Deutschlandflügen und machen noch ein paar Trainingsflüge um uns möglichst gut vorzubereiten. Die ganze Vorbereitung wird von Oliver, Robin und Kjell durch regelmäßige Videokonferenzen unterstützt.
Nach insgesamt etwa zwei Stunden Flugzeit in Lahr angekommen, melden wir uns am Flugplatz an. Den Shuttlebus ins Hotel verpassen wir knapp, was uns die Möglichkeit verschafft, direkt viele andere Menschen kennenzulernen und uns vor allem mit den anderen jugendlichen Teams auszutauschen. Schließlich geht es ins Hotel, wo es nach dem Einchecken direkt Abendessen gibt. Beim Essen und bei der anschließenden offiziellen Begrüßung merken wir direkt, wie gut die Stimmung ist und dass wir in die große, familiäre Runde schnell freundlich aufgenommen werden.
Am Morgen des ersten Wettbewerbstags geht es schon früh wieder zum Flugplatz. Nach dem allgemeinen Briefing folgt eine kurze Besprechung der Jugendteams, welche alle erstmalig am Deutschlandflug teilnehmen. Anschließend geht´s zum Flugzeug, um zu checken und uns auf den Flug vorzubereiten. Etwa eine Stunde vor Abflug bekommen wir einen dicken Briefumschlag, welcher alle Wettbewerbsunterlagen, also Karten, Wendepunktfotos und Streckenfotos beinhaltet. Die verbleibende Zeit nutzen wir nun intensiv, um uns gezielt auf die Wettbewerbsaufgaben vorzubereiten. In der Vorbereitung auf die Strecke befasste sich Carla als Navigatorin damit, die Streckenfotos anhand von kleinsten Merkmalen, wie eine bestimmte Straßenführung die zu erkennen war, auf der Karte zu finden und für den Flug vorzumerken. Peter als durchführender Pilot hingegen beschäftigte sich während der Vorbereitungszeit mit der Planung der Strecke und der Zeit. Langsam werden wir auch etwas nervös – immerhin unser erster Navigationsflug unter Wettbewerbsbedingungen!
Nach dem Start können wir letzte Blicke auf den Schwarzwald genießen, doch insgesamt konzentrieren wir uns sehr auf unsere Wettbewerbsaufgaben. Unser Flug führt am Schwarzwald entlang, vorbei an Karlsruhe und über den Pfälzer Wald bis nach Saarlouis im Saarland. Landschaften, die wir beide bislang aus der Luft außer von der Anreise noch nicht kennen. Zum Sightseeing fehlt allerdings die Zeit. Die Erfüllung der Aufgaben verlangt uns beiden zwar höchste Konzentration ab, macht aber auch großen Spaß. Besonders spannend ist die Verfolgung einer Bahnlinie, welche mal über- und mal unterirdisch verläuft. Hier verfliegen wir uns kurz, erreichen unser Ziel aber dennoch ohne Probleme. Erster Flug geschafft! Was uns nach dem Flug schnell klar wurde ist, wie wichtig bei der Zusammenarbeit im Cockpit die Aufteilung der Aufgaben ist. Peter befasste sich ehr mit den fliegerischen Aufgaben. Das heißt in der vorgegebenen Zeit zu starten, den Flieger nach Karte zu navigieren, die Wegpunkte auf die Sekunde genau zu erreichen und die Ziellandung so gut wie möglich zu treffen. Carlas Aufgaben wahren die Streckenfotos in der Landschaft zu finden, die Wendepunkte sowie die Wendepunktfotos zu identifizieren und Peter bei der Einhaltung der Zeit sowie beim Navigieren zu unterstützen.
Nach der Landung steht noch eine Besichtigung im Erlebnisbergwerk Velsen auf dem Programm, was eine schöne Abwechslung darstellt. Am zweiten Tag geht es nach Oppenheim, die kürzeste Strecke des Deutschlandflugs. Briefing, Checken, Tanken, Flugvorbereitung und los geht´s. Der Flug ist wieder spannend und es gibt eine Menge zu sehen. In Oppenheim haben wir schließlich den Rhein wieder eingefangen, welchen wir ja am Tag zuvor bei Karlsruhe verloren haben. Der Flugplatz liegt direkt am Rhein, daher ist der Anflug sehr schön. In der Vereinshalle erwartet uns ein reichhaltiges Kuchen- und Brötchenbuffet. Den Tag lassen wir gemeinsam mit den anderen Jugendteams in der Innenstadt von Wiesbaden ausklingen.
Immer dem Mittelrhein entlang, das ist quasi das Motto des letzten Wettbewerbsflugs. Der Weg nach Leverkusen führt uns vorbei an der Loreley, dem Schloss Drachenburg, dem Braunkohletagebau Hambach und an der Stadt Köln. Den Dom können wir leicht verschwommen in der Ferne erkennen. Besonders der Rhein sieht sehr eindrucksvollen oben aus. In Leverkusen steht am Abend die Abschlussveranstaltung gemeinsam mit der Touringgruppe auf dem Programm. Wir sind sehr glücklich, dass wir dabei waren, aber auch traurig, dass der Deutschlandflug 2025 schon wieder vorbei ist. Zwar bekommen wir keine Medaille, aber eine Platzierung im Mittelfeld sowie den dritten Platz in der Landewertung ist fürs erste Mal doch ganz gut. Außerdem stand insgesamt der Spaß am Fliegen vor dem Wettbewerb im Vordergrund.
Nach einem vergleichsweise kurzen Rückflug kommen wir schließlich am Sonntagmittag nach insgesamt etwa zehn Stunden Flugzeit wieder zu Hause in Borghorst an. Cockpit aufräumen, Flugzeug waschen und in die Halle schieben sind die letzten Punkte, bevor es für uns wieder ganz nach Hause geht. Es dauert aber noch lange, bis die vielen Eindrücke dieser außergewöhnlichen Flugreise abschließend verarbeitet sind. Wir möchten uns ganz herzlich bei der Bundeskommission Motorflug des Daec für die Förderung bedanken, ohne die währe eine Teilnahme für uns nur sehr schwer möglich. Außerdem möchten wir uns auch bei den beiden Navgeeks Oliver und Robin bedanken, die uns sowohl in der Vorbereitung als auch während des Wettbewerbs unterstützt haben. In der Zeit des Wettbewerbs haben wir viel gelernt, viele beeindruckende Landschaften gesehen und auf jeden Fall eine menge Spaß gehabt. Klar ist: Wir haben schon jetzt Lust auf den Deutschlandflug 2027!
Morgens beim Briefing um 10:00 Uhr ist die Luft noch kühl und feucht, aber der Himmel ist blau und die Sonne hat schon Kraft. Das verspricht gute Thermik, die der Motor für unsere Segelflieger ist.
Nachdem die Flugzeuge aus der Halle gezogen und gecheckt sind, werden sie eines nach dem anderen hinter den Lepo (ein Schleppfahrzeug) gehängt und zum Start gezogen. Die Winde positioniert sich auf der gegenüberliegenden Seite des Flugplatzes, und mit dem Lepo werden die Schleppseile von der Winde zum Start gezogen.
Auch wenn die Flugschüler schon einige Starts gemacht haben, ist -gerade am Anfang der Saison- doch immer ein bisschen Aufregung spürbar, wenn man sich in den Flieger setzt.
Am Start sich alle Segelflieger, Fluglehrer und -Schüler, um gemeinsam einen schönen Segelflugtag zu verbringen. Segelflug ist Teamsport: Einer kümmert sich um die Kommunikation per Funk, der Segelflugschüler und der Fluglehrer setzen sich in das Flugzeug. Der Starthelfer klingt das Windenseil ein und hält die Flächen (Flugzeugflügel) waagerecht.
Dann zieht die Winde das Seil straff und schießt das Flugzeug in den blauen Himmel.
„90, schneller! 100! 120, langsamer“ funkt der Pilot den Windenfahrer an, um mit optimaler Geschwindigkeit zu starten. Dann klinkt in ca. 250 m Höhe das Seil aus und plötzlich ist alles still.
Man gleitet im Segelflugzeug über die Gegend und sucht nach Thermik, die einen weiter nach oben in den Himmel trägt.
Irgandwann geht es dann wieder zurück zum Platz. In ca. 200 m Höhe fliegt man in Sichtweite am Flugplatz vorbei in der sogenannten Platzrund. Hinter den Platz fliegt man dann ein kleines Stück im Queranflug, bis man die gedachte Verlängerung des Platzes erreicht. Dann dreht man den Flieger Richtung Landebahn, zieht die Luftbremse und sinkt langsam dem Boden entgegen.
Nach dem sachten Aufsetzen rollt das Flugzeug bis zum Stillstand die Bahn entlang und bleibt schließlich stehen. Egal wie lange der Flug gedauert hat: Er war zu kurz und am liebsten geht es direkt wieder in den Himmel.
Viel zu schnell ist dann ein Tag auch schon wieder herum beim Schönsten Hobby der Welt…
„Das wäre doch vielleicht was für mich…“ denkst Du gerade? Dann komm doch mal vorbei am Flugplatz oder probiere es mit unserem Schnupperfliegen-Angebot.
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Das Schweinsbratengeschwader auf Sommertour
/in Verein/von Peter LeineweberFliegen macht Spaß! Und wer mit dem UL, dem Motorsegler oder mit einer Motormaschine unterwegs ist, hat am meisten davon, wenn’s weiter weg geht, in Regionen die nicht nur besonders schön, sondern auch mal ein bisschen anspruchsvoller sind als immer nur das Nord-Münsterland. Ende Juli flogen sechs Pilot*innen der Luftsportgemeinschaft Steinfurt und zwei Piloten des Luftsportvereins Aachen in einer Woche gemeinsam durch Deutschland, Tschechien, Slowenien, Italien und Österreich. Was sie dabei erlebt haben und was das Ganze mit Schweinsbraten zu tun hat, erfahrt ihr hier:
Carla, Peter, Felix, Matthias, Johannes und Karsten aus Steinfurt sowie Andreas und Jochen aus Aachen kennen sich schon länger und wollten gemeinsam auf eine Flieger-Urlaubs-Tour gehen. Die älteren dieser Gruppe sind schon öfter zusammen geflogen; diesmal kamen noch zwei junge dazu, sodass die Altersspanne von 19 bis 68 Jahre reichte. Die Frage „Wohin denn?“ beantwortete die Flugwetterberatung des Deutschen Wetterdienstes, den wir wenige Tage zuvor angerufen und gefragt hatten, wo denn in unserer gemeinsamen Urlaubswoche das verlässlichste Flugwetter sein sollte. So machten wir uns Ende Juli auf den Weg in Richtung Südosten.
Sonntag
Am Sonntagmittag trafen sich die sechs Steinfurter mit zwei ULs, einer Piper PA 18 und einem Motorsegler mit den zwei Rheinländern, die ebenfalls mit einem Motorsegler unterwegs waren, auf dem Flugplatz Bamberg, um von dort aus gemeinsam weiterzufliegen. Beim Abflug in Aachen schwärmte Andreas bereits: „Ui, Bamberg! Da gibt’s bestimmt leckeren Schweinsbraten mit Soß‘ und Klos! Ich freu‘ mich schon!“
Doch der Italiener am Flugplatz Bamberg enttäuschte Andreas in dieser Hinsicht, brachte uns aber sehr leckere Pizza an den Tisch.
Wir planten, noch am selben Nachmittag nach Strunkovice in Tschechien zu fliegen und dort zu übernachten. Es wurde ein schöner Flug über den Bayrischen Wald in die südwestliche Hügellandschaft Tschechiens. Es zeigte sich, dass die beiden ULs, eine Breezer und eine CTLS, etwas schneller unterwegs sind als die Motorsegler und die Piper. Ab da heben wir uns entschieden in zwei Formationen zu fliegen.
Die Fliegerkollegen am Flugplatz Strunkovice haben uns sehr herzlich empfangen. Wir hatten Zelte, Isomatten und Schlafsäcke mit, um am Flugplatz zu campen, doch die Tschechen boten uns Zimmer mit bezogenen Betten in ihrem Clubheim an, in denen wir später sehr gut schliefen. Pavel schmiss für uns die Fritteuse an und versorgte uns mit Fritten, Salat und gebackenem Käse. Und natürlich mit leckerem tschechischen Pivo (Deutsch: Bier). Der Ruf nach Schweinsbraten ging im blubberigen Brutzeln und Zischen der Fritteuse unter. Ein Spaziergang in den nahe gelegenen Ort Strunkovice und zurück beendete den aufregenden Tag. Wir alle schliefen tief und fest und träumten vom Bayrischen Wald und den tschechischen Bergen und Seen, und einer vielleicht auch von Schweinsbraten.
Montag
Während des Frühstücks besprachen wir unsere weiteren Pläne. Wir konnten uns schonmal auf das Land einigen, Slowenien sollte es werden. Aber ob wir uns die beeindruckende Tropfsteinhöhle in Postojna anschauen wollten oder doch lieber in der Adria zu gehen wurde musste zuerst noch diskutiert werden. Mitten in unserer Planung stellten wir allerdings fest, dass der Wind über den Alpen unseren Flug Richtung Süden wohl sehr verzögern würde. Nach einem Tankstopp auf dem Flugplatz von Hosin, nördlich von Budweis, sollte es dann auf eine kürzere Strecke nach Pinkafeld im Burgenland Österreichs gehen, aber es war in den Bergen Wind bis 100 km/h angesagt, weshalb wir erst am späten Nachmittag losflogen, als sich der starke Wind gelegt haben sollte. Es hat uns westlich von Wien über den Ausläufern der Alpen dennoch heftig gebeutelt, und der Anflug auf Pinkafeld war sehr böig, sodass wir fliegerisch herausgefordert waren, unsere Flugzeuge sicher auf den Boden zu bringen.
Flugbetriebsleiter Hans begrüßte uns herzlich und bot an, auf dem Platz zu zelten oder auch ein Zimmer zu beziehen. Als wir ihn nach Restaurants fragten, sagte er, heute sei Montag und alle hätten zu. Wenn wir noch etwas zu essen haben wollten, müssten wir in den nahen gelegenen Discounter gehen und uns dort ein Picknick kaufen. Und das müsse schnell gehen, denn der Laden mache in 20 Minuten zu. Andreas traute sich nicht, seiner Hoffnung auf Schweinsbraten noch Ausdruck zu verleihen und räumte stattdessen mit Felix und Johannes das Convenience-Regal im Hofer leer. Aus dem Picknick unter der Remise am Vorfeld der Landebahn entwickelte sich ein sehr schöner Abend zusammen mit Hans, mit dem wir alle möglichen Geschichten austauschten. Die Nacht war längst sternenklar und windstill geworden, als wir müde und glücklich in die Schlafsäcke krochen
Dienstag
Wir hatten vom Wetterdienst die Aussicht auf einen sicheren Alpenüberflug zurück nach Deutschland für Donnerstag bekommen. Somit stand einem Weiterflug nach Süden nicht im weg. Nach einem sehr netten Gespräch mit einem Mitglied des Aeroklub Postojna entschieden wir uns weiter nach Postojna im Südwesten Sloweniens zu fliegen und dort die riesigen Tropfsteinhöhlen zu besichtigen. Ganz bestimmt gäbe es dort auch endlich Schweinsbraten.
Also los! Wir stellten zwei Flugpläne für die Flüge nach Slowenien zusammen, einen für die Motorsegler-/Piper-Formation und einen für die ULs. Weil wir das als Freizeit-Pilot*innen nicht routinemäßig draufhaben, bekamen wir jeweils einen Anruf der österreichischen Flugsicherung, in dem die freundliche Lotsin mit uns noch ein paar Details zum Flugplan klärte. Wieder was gelernt! Und wie so oft schon wurde uns bestätigt, dass wir als Nicht-Profis im Luftverkehr keine Angst vor Auslandsflügen haben müssen. Die Profis helfen freundlich weiter, auch im Funk beim Durchflug von Lufträumen, die eine Freigabe erfordern oder auch einfach im Fluginformationsdienst. Zudem haben wir als altersgemischte Gruppe erlebt, dass wir täglich voneinander lernen konnten. Die älteren unter uns wussten oft, wie’s geht oder worauf man achten muss, und die jüngeren waren schneller und zielgerichteter bei der Nutzung der Navigationssoftware und der Wetterdaten. Außerdem bekamen wir Routine darin, in einer Formation zu fliegen und diese so sicher wie möglich zu machen. Mal ganz abgesehen davon, dass es sehr schön ist, wenn man vor der oft grandiosen Kulisse der überflogenen Landschaft noch die anderen Flieger bei sich sieht.
Nach der Verabschiedung von Hans, der schon wieder Flugleiterdienst schob, flogen wir planmäßig in rund 2 Stunden nach Postojna und bekamen dort am Mittag – Pizza! Das kleine italienische Lokal stärkte uns so für den Besuch der Tropfsteinhöhlen. Andreas wurde auf den Abend vertröstet, wo wir ganz sicher endlich den ersehnten…. na, ihr wisst schon.
Die Besichtigung der Höhlen von Postojna lohnte sich sehr! Wir fuhren mit einer Bahn in den Berg und bekamen eine geführte Wanderung durch die schönsten und spektakulärsten Teile des Höhlensystems. Riesige Säle mit Tropfsteinen und Säulen wechselten sich mit schmalen Gängen ab. Die Farben spielten zwischen Weiß, Beige und Rot. Wir erfuhren vom Guide, über welche unfassbar großen Zeiträume die Höhlen entstanden waren und dass dort Grottenolme leben, von denen wir später sogar welche zu sehen bekamen. Außerdem war es dort mit 10°C angenehm kühl, wobei es draußen weit über 30° hatte.
Raus aus der Höhle und rein ins nächste Traditionslokal in Postojna – hatten wir uns gedacht. Doch einige Restaurants waren geschlossen, und andere hatten keinen Platz für uns acht. Die Hoffnung auf Schweinsbraten aufgebend hätten wir uns sogar mit frittierten Grottenolmen im Bierteigmantel zufriedengegeben, doch das einzige Lokal, dass uns reinließ war – eine Pizzeria! Die Pizza „Würstel“ kam zwar dem Schweinsbraten in keiner Weise nahe, noch schaffte es die Pizza „Mare“ den echten Geschmack frittierter Grottenolme zu treffen, doch spätestens nach den hervorragenden italienischen Desserts waren wir alle glücklich und satt. Und eigentlich auch bettschwer. Aber als wir auf dem Fußweg zurück zum Flugplatz, wo unsere Zelte auf uns warteten, über den Marktplatz von Postojna kamen, erlebten wir ein „Umsonst-und-draußen-Konzert“ einer 12-köpfigen Brass-Band, die der Stadt einheizte – aber so richtig! Und obwohl wir kein Slowenisch sprechen und erst recht nicht textsicher waren, riss uns die Musik mit und wir fielen in der jubelnden Menge nicht weiter auf. Gut gelaunt und voller Eindrücke machten wir uns bereits im Dunkeln auf den Weg zurück zum Flugplatz, wo wir allerdings feststellen mussten das wir in der Mittagshitze zu Faul wahren unsere Zelte aufzubauen. Naja, wofür man nicht alles einen Landescheinwerfer hat 🙂
Mittwoch
Der nächste Tag brachte uns einen Flug mit atemberaubenden Ausblicken. Wir starteten wieder in zwei Formationen und mit Flugplan gegen Mittag in Postojna und hatten Trento nördlich von Bozen zum Ziel. Dort kannte Jochen einen Bergsee mit Campingplatz, wo wir baden gehen wollten. Wir planten beim Frühstück die Strecke über Triest, entlang der Adriaküste, an Venedig vorbei und dann nordwärts über den Gardasee bis in die italienischen Alpen. Kurz nach dem Start kam nach ein paar Bergen die Adria schon in Sicht. Klar konnten wir Triest links von uns liegen sehen und flogen dann in 1.400 Fuß über dem Wasser unterhalb des Luftraums D die Küste entlang. Unsere Flugzeuge lagen wie ein Brett in der Luft, wir hatten nicht viel zu navigieren und konnten uns nicht sattsehen an den Ausblicken auf das Meer und die Küstenlinie. An Venedig flogen wir südlich vorbei, aber nahe genug, um die Stadt von schräg oben zu betrachten: Kanäle, Boote, Paläste…
Bei Verona bogen wir nach Norden ab, stiegen ordentlich und flogen mittig über den Gardasee nach Trento. Es war wie das Durchfliegen einer riesigen Schlucht mit karibikfarbenem Wasser unter uns. Der Gardasee ist sicher auch vom Boden aus schön anzusehen, doch aus der Luft ist das Raumgefühl überwältigend. Unser Ziel, die Laghi di Lamar bei Trento, erreichten wir etwas später per Taxi und gingen erst einmal baden. Unser Campingplatz in der Nähe hatte eine Bar und – eine Pizzeria. Sicher müsste an dieser Stelle nichts weiter dazu gesagt werden, wäre es nicht wieder besonders lecker und freundlich gewesen! Wir saßen noch lange nach dem Essen an der Bar in der lauen Sommernacht und ließen alles noch einmal vor unserem geistigen Auge vorbeiziehen.
Donnerstag
Der Tag der Alpenüberquerung! Wie vorhergesagt, entwickelte sich das Wetter prächtig. Wir standen früh auf, waren an diesem Tag die allerersten im Bergsee, genossen das Schwimmen mit Nebelschwaden über dem See und ein kleines Frühstück und planten unseren Flug. Am späten Vormittag hatten wir die Flugpläne aufgegeben und die Zelte abgebaut. Ein Taxi brachte uns zurück zum Flugplatz. Carla und Peter hatten mit ihrem Flieger-Freund Flo, der im Aero-Club Dachau fliegt, ausgemacht, dass wir dort übernachten konnten. Unsere Aufregung stieg. Wir wollten hoch und mit gebührendem Abstand zu den Bergen fliegen. Vor diesem Alpendurchflug hatten wir Respekt.
Nach dem Start vom Flugplatz Trento flogen wir wieder in zwei Formationen das Etschtal entlang in die Dolomiten und stiegen dabei langsam, aber sicher auf 7.800 Fuß. Noch bevor wir Bozen erreichten, konnten wir nach links einen Blick auf die Brentagruppe werfen, die majestätisch ihre Gipfel in den Himmel reckte. Kurz darauf kam auf der rechten Seite der Sellastock in Sicht und formte mit all den weiteren Gipfeln das traumhaft schöne Dolomitenpanorama. Im Vergleich dazu erschien uns der Brennerpass, als wir ihn erreichten, nur ein kleiner Hügel zu sein. Wir schwebten jedenfalls hoch über ihn und die Europa-Autobahnbrücke hinweg nach Innsbruck. Dem Inntal folgend gelangten wir schließlich nach Mittenwald und flogen über den Walchen-, Kochel- und Starnberger See und über die Innenstadt Münchens zum Dachauer Flugplatz, wo wir -einer nach dem anderen- in kurzer Abfolge landeten. Wir hatten es nicht nur geschafft, die Alpen sicher zu überqueren, es war auch noch wunderschön!
Als wäre das alles noch nicht genug Schönes gewesen, brachte uns Flo in ein Dachauer Wirtshaus, wo es unter anderem tatsächlich den ersehnten Schweinsbraten gab! Nach der kurzen Erklärung, dass es in Bayern „Knödel“ und nicht „Kloß“ heißt, brachte die Wirtin allen, die wollten, eben solche mit Schweinsbraten und Soße. Endlich war auch dieses Ziel erreicht!
Zurück am Flugplatz hielt Flo noch ein besonderes Schmankerl bereit. Er schlug eine Münchener Stadtführung aus der Luft vor. So starteten wir als Formation mit 4 Flugzeugen und Flo als Formation-Leader im Dachauer Falken zu einem geführten München-Rundflug bei untergehender Sonne. Flo gab die Kommandos nachdem wir alle abflugbereit an der Startbahn standen: „Schweinsbraten-Geschwader Eins: Start frei!, Schweinsbraten-Geschwader Zwei: Start frei…“, bis alle in der Luft waren und die Formation eingenommen hatten. Hier bewährte sich, dass wir das Formationsfliegen geübt hatten, und wir konnten den Rundflug in ruhiger Abendluft sehr genießen.
Freitag
Zack! Uns wurde bewusst, dass der größte Teil unserer Tour bereits vorbei war und wir so langsam wieder in Richtung Heimat fliegen würden. Matthias hatte allerdings den Luftsportfreunden Wesel versprochen, dass er ab Freitagabend bei deren Organisation und Durchführung des Aeroclub-Fly-In-NRW mithelfen würde. Wir nahmen das zum Anlass, dort gemeinsam unsere Tour zu beenden. Dieser Freitag war sehr schwül und warm, sodass wir den Flug nach Wesel mit Zwischenstopp in Reichelsheim als etwas mühseliger empfanden als die spektakulären Flüge zuvor. Doch als die Weseler Fliegerfreunde uns herzlich begrüßt und wir die Zelte aufgestellt hatten, wurde es noch ein lustiger Abend. Im Rahmen der „Pauken-Plunder-Promenade-Tage“ veranstaltete die Stadt Wesel direkt am Flugplatz ein spektakuläres Feuerwerk. Und in der Stadt war Kirmes und Volksfeststimmung, sodass wir alle so schnell nicht zur Ruhe kamen.
Samstag
Wir unterstützten den ganzen Tag über die Weseler Flieger bei der Ausrichtung des Aeroclub-Fly-In-NRW. Natürlich gab es viele Leute zu treffen, zu erzählen und Flugzeuge zu bestaunen. Und selbstverständlich liefen auch hier die Fritteusen heiß und bogen sich die Kuchentische. Ein toller Rahmen, um sich noch einmal zu unserer Urlaubs-Tour auszutauschen und die vielen schönen Momente revue passieren zu lassen.
Und wir waren uns einig: Die Mischung aus jüngeren und älteren Piloten*innen hat uns sehr gut getan! All diese anspruchsvollen und fantastischen Flüge gemeinsam zu planen und durchzuführen gab uns allen das Gefühl, voll dabei zu sein und gemeinsam Abenteuer zu erleben. Und es hat die Flüge sicherer gemacht, weil wir in der gemeinsamen Planung alle Eventualitäten durchgingen.
Mit einsetzender Wehmütigkeit löste sich das Schweinsbraten-Geschwader am Abend auf. Es hatte eine ganze, wundervolle Woche lang existiert. Doch schon im Querabflug in Wesel, im Steigflug den Rhein überquerend und mit der schon rötlich scheinenden Abendsonne am Horizont wurde uns klar: Bei uns ist es auch schön!
Wie aber auch der Innsbrucker Radarlotse nach einem langen Einleitungsanruf sagte: ,,Sie kinnan mir jo ned stundenlong irgendwelche gschichten erzählen“, wollen wir es auch dabei belassen. Aber nächstes Jahr geht es für uns ganz ganz sicher wieder gemeinsam los! 🙂
Fliegen geht auch ohne Tablet! Ein Blick der Jugend auf die 32. Offene Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug
/in Verein/von Peter LeineweberVom 15.07. bis 19.07.2026 wurde der Verkehrslandeplatz nur eineinhalb Monate nach der Ausrichtung einer Segelflugmeisterschaft zum Veranstaltungsort der 32. Offenen Deutschen Meisterschaft im Rallyeflug. Carla Peters und Peter Leineweber waren als von der Bundeskommission Motorflug geförderte Jugendcrew dabei. Von ihrem tollen fliegerischen Entwicklungspfad – weg vom Tablet und hin zur komplett autarken Papierkartennavigation – berichten sie uns in diesem Beitrag.
Etwa ein Jahr ist es her, dass wir beim Deutschlandflug 2025 erstmals in die Welt des Navigationsflugs eingetaucht sind. Damals starteten wir als absolute Neulinge in der Newcomer-Kategorie und durften noch ein Tablet zur Unterstützung bei der Navigation nutzen. Wir sind Peter Leineweber und Carla Peters von der Luftsportgemeinschaft Steinfurt. Seit diesen ersten Erfahrungen waren wir bei der Deutschen Meisterschaft im Air Navigation Race 2025 in Marpingen und beim Allgäuflug 2026 dabei, haben viele Menschen aus der Navigationsflug-Community kennengelernt und dabei immer mehr Freude an dieser besonderen Art des Fliegens gefunden.
Nun wartete die nächste Herausforderung auf uns: die 32. Offene Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug in Zwickau. Es war nach dem Allgäuflug unser zweiter Rallyeflug überhaupt. Für uns stand fest: Newcomer waren wir lange genug. Dieses Mal traten wir in der Advanced-Kategorie an (vielleicht auch durch etwas Motivation seitens der Wettbewerbsleitung). Damit verbunden waren auch der Verzicht auf den prüfenden Blick auf das Tablet während der Navigation sowie eine anspruchsvollere Flugvorbereitung mit selbst zu konstruierenden Routen und weniger Vorbereitungszeit.
Am Mittwoch, dem 15. Juli, starteten wir mit unserer ASK 16, der D-KITY, in Borghorst-Füchten. Bei schönem Wetter kamen wir gut durch und erreichten Zwickau nach rund zweieinhalb Stunden Flugzeit. Natürlich waren wir schon etwas aufgeregt. Gleichzeitig freuten wir uns sehr darauf, viele bekannte Gesichter aus vergangenen Navigationsflugevents wiederzusehen. Dieses Wiedersehen gehört für uns inzwischen genauso zu den Veranstaltungen wie das Fliegen selbst. Da wir erst abends ankamen, konnten wir die Trainingsstrecke vor Ort leider nicht mehr absolvieren. Ganz unvorbereitet waren wir jedoch nicht: Bereits zuvor hatten wir an unserem Heimatflugplatz eine nahegelegene Route eines ehemaligen Deutschlandflugs abgeflogen und dadurch ein gutes Gefühl gehabt. Trotzdem wäre es hilfreich gewesen, die Umgebung rund um Zwickau bereits aus der Luft kennenzulernen. Beim Rallyeflug orientiert man sich stark an Bodenmerkmalen und sucht entlang der Strecke nach Bildern und Zeichen. Eine unbekannte Landschaft macht die Aufgabe daher noch einmal anspruchsvoller und zugleich spannender.
Der erste große Unterschied zum Deutschlandflug zeigte sich bereits am ersten Wertungstag bei der Vorbereitung. Als Newcomer hatten wir bisher eine bereits eingezeichnete Strecke erhalten. In der Advanced-Kategorie mussten wir dieses Mal unsere Route selbst konstruieren. Auf der Karte war zunächst nur der Flugplatz Zwickau als Take-off Point eingezeichnet. Den Start Point, den Final Point und rund zehn weitere Wendepunkte mussten wir anhand von Koordinaten, Entfernungen und Richtungsangaben selbst bestimmen. Dafür arbeiteten wir mit einem Navigationsdreieck und Minutenlinealen. Anschließend zeichneten wir die Kurse und Zeitmarkierungen entlang der Strecke ein. Eine Route enthielt sogar einen Kreisbogen, bei dem sich der zu fliegende Kurs kontinuierlich veränderte; ohne Zirkel als Konstruktionsmittel wäre das nicht möglich gewesen. Für jeden zu konstruierenden Wegpunkt standen uns bei den Wertungsflügen nur drei Minuten zur Verfügung. Danach blieben weitere 15 Minuten, um das Flugzeug vom Abstellplatz bis zur Startbahn zu bringen. An eine ruhige Planung in der Halle war daher nicht zu denken. Stattdessen breiteten wir unsere Karte auf der Tragfläche der ASK 16 aus und arbeiteten konzentriert gegen die Uhr. Das Plotten machte die Vorbereitung deutlich anspruchsvoller, aber gerade diese Aufgabe bereitete uns viel Spaß. Aus einzelnen Angaben entstand Schritt für Schritt eine vollständige Route, und wenn am Ende alle Punkte zusammenpassten, war das jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis.
Weil das Plotten für uns noch neu war, blieb anfangs weniger Zeit, um die Streckenbilder vorab zu sichten und bereits am Boden auf der Karte möglichen Streckenabschnitten zuzuordnen. Selbst beim Rollen und beim Start suchte Carla als Navigatorin weiter, während Peter als Pilot das Flugzeug flog. Das erste Mal richtig von der Karte aufgeschaut hatte sie somit erst etwa fünf nautische Meilen hinter dem Starting Point, denn ab dort konnten die Streckenbilder erst auftauchen. Von Flug zu Flug wurden wir jedoch schneller. Die Arbeitsschritte wurden vertrauter, unsere Aufgabenteilung klarer und die Vorbereitung insgesamt routinierter. Diese Entwicklung innerhalb weniger Tage direkt zu bemerken, war ein richtig gutes Gefühl.
Die größte Veränderung war für uns das Fliegen ohne digitale Orientierungshilfe. Davor hatten wir großen Respekt. Beim Deutschlandflug konnten wir unsere Position jederzeit auf dem Tablet überprüfen. Bei der offenen Deutschen Meisterschaft in Zwickau mussten wir uns vollständig auf unsere Karte, die Landschaft, den Kompass, die Stoppuhr und unsere Zusammenarbeit verlassen, wenngleich das Tablet natürlich für den Worst Case in der Tasche dabei war. Umso schöner war der Moment, als wir auf der ersten Strecke merkten, dass die Orientierung erstaunlich gut funktionierte. Straßen, Ortschaften, Waldstücke und andere markante Geländemerkmale ließen sich auf der Karte wiederfinden. Jeder erkannte Punkt bestätigte uns, dass unsere Planung stimmte und wir auf dem richtigen Weg waren. Ohne den Blick auf einen Bildschirm fühlte sich die Navigation viel unmittelbarer an. Wir beschäftigten uns intensiver mit der Landschaft und merkten, dass wir auf unsere eigenen Fähigkeiten vertrauen konnten. Das Tablet wegzulassen war daher nicht nur eine zusätzliche Schwierigkeit, sondern vor allem ein großer Entwicklungsschritt. Nach dem ersten Wertungsflug wussten wir: Wir können eine Wettbewerbsstrecke auch ohne digitale Positionsanzeige bewältigen und sicher am Zielort ankommen.
Die Orientierung war allerdings nur ein Teil der Aufgabe. Uns wurde klar, wie viel im Cockpit parallel bei uns als Crew passieren muss: Kurs und Zeit kontrollieren, die Landschaft mit der Karte abgleichen, Wendepunkte erkennen und zusätzlich nach Streckenbildern und kleinen Bodenzeichen suchen. Für unseren zweiten Rallyeflugwettbewerb überhaupt gab es eine Menge zu tun. Während die Navigation überraschend gut funktionierte, bereitete uns die Bildersuche deutlich mehr Schwierigkeiten. Die Bodenzeichen fanden wir gar nicht, und auch bei den Streckenfotos sammelten wir einige Strafpunkte. Genau hier liegt für uns noch viel Potenzial für die nächsten Wettbewerbe. Unser zweiter Wertungsflug wurde, gerechnet nach Strafpunkten, zu unserem Besten. Die Vorbereitung verlief bereits routinierter, die Navigationsstrafpunkte waren geringer, und auch die am Ende des Fluges durchzuführende Präzisionslandung gelang besser als beim ersten Flug.
Auf dem dritten Flug verflogen wir uns gegen Ende kurz. Ohne Tablet gibt es in einem solchen Moment keinen Bildschirm, der sofort den Weg zurück zur Route zeigt. Trotzdem blieben wir ruhig, verglichen gemeinsam Karte und Landschaft und arbeiteten strukturiert an einer Lösung, wodurch wir nach kurzer Zeit wieder auf Kurs waren. Der Fehler kostete uns zwar Punkte, zeigt zugleich aber, wie gut wir inzwischen als Team zusammenarbeiten. Gerade wenn nicht alles nach Plan läuft, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, klar zu kommunizieren und gemeinsam die Orientierung zurückzugewinnen.
Am Ende erreichten wir den zweiten Platz in der Advanced-Kategorie. Die Platzierung war für uns deshalb weniger wichtig als das, was wir während der Meisterschaft gelernt hatten. Wir hatten erstmals eigene Wettbewerbsrouten konstruiert, unter gewissen Zeitdruck gearbeitet und drei Strecken ohne digitale Navigationshilfe bewältigt. Von Flug zu Flug wurden unsere Abläufe sicherer, und wir merkten deutlich, wie viel wir in einem Jahr fliegerisch dazugelernt hatten. Vor allem hatten wir dabei jede Menge Spaß und viele Aha-Momente. Nach jedem Flug gab es etwas, worüber wir uns freuen, lachen oder das wir beim nächsten Mal verbessern konnten.
Mindestens genauso wichtig wie der Wettbewerb war für uns die Community. Schon bei der Ankunft wurden wir von vielen bekannten Gesichtern herzlich begrüßt. Die gemeinsamen Abende boten viel Zeit für Gespräche und den Erfahrungsaustausch. Besonders schön war der Grillabend am Freitag. Nach den Wertungsflügen konnten wir zusammensitzen, die Erlebnisse des Tages besprechen und uns den einen oder anderen Tipp von den erfahreneren Crews holen. Wir erlebten viel Unterstützung und Offenheit. Fragen wurden gerne beantwortet und Erfahrungen geteilt. Gerade für uns als noch relativ junge Crew ist diese Atmosphäre unglaublich motivierend. Außerdem lernten wir das zweite geförderte Jugendteam mit Leon und Tim aus Koblenz kennen. Wir hoffen sehr, die beiden bei vielen weiteren Navigationsflugveranstaltungen wiederzutreffen.
Am Samstag fand keine weitere Wertung statt. Dafür wartete noch ein besonderes Erlebnis auf uns: Gemeinsam mit der D-EHUZ und der D-EMSM starteten wir zu einem Formationsflug, bei dem Fotos der Flugzeuge in der Luft aufgenommen wurden. Gemeinsam mit den anderen Flugzeugen unterwegs zu sein war ein wunderschöner Abschluss der Woche. Dieser Flug hatte zwar nichts mehr mit Wendepunkten oder Strafpunkten zu tun, gehört aber trotzdem zu unseren schönsten Erinnerungen an die Meisterschaft. Am Samstagabend machten wir uns schließlich auf den Heimweg; mit vielen neuen Erfahrungen, schönen Begegnungen und großer Vorfreude auf alles, was noch kommt.
Vor einem Jahr wussten wir beim Deutschlandflug noch nicht genau, was uns im Navigationsflug erwarten würde. Inzwischen haben wir mehrere Veranstaltungen besucht, viele Menschen wiedergetroffen und uns immer neuen Herausforderungen gestellt. Die Deutsche Meisterschaft im Rallyeflug war für uns ein besonderer Meilenstein. Das erste Mal ohne Tablet zu fliegen und die Route selbst zu konstruieren, hatte uns zuvor Respekt eingeflößt. Am Ende war es aber genau diese Herausforderung, die uns viel Freude und Vertrauen in unsere Fähigkeiten gab. Wir wissen nun, dass wir uns auch ohne digitale Hilfe orientieren können. Wir haben gelernt, unter Zeitdruck eine Route vorzubereiten und auch in schwierigen Situationen als Team ruhig und strukturiert zusammenzuarbeiten. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber genau darauf freuen wir uns. Es gibt noch so viel zu lernen und auszuprobieren.
Eines steht für uns fest: Der Navigationsflug wird uns so schnell nicht wieder loslassen. Wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen, neue Herausforderungen und darauf, immer weiter in diese tolle Community hineinzuwachsen.
Unser herzlicher Dank gilt der Bundeskommission Motorflug für die Jugendförderung, den Organisatorinnen und Organisatoren in Zwickau sowie allen Crews, die uns unterstützt und ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Ein besonderer Dank gilt dem Aero-Club Zwickau, der sich mit viel Engagement ganz abseits der sportlichen Herausforderung um ein einzigartiges Erlebnis an seinem wunderschönen Flugplatz in Sachsen kümmerte.
Text: Carla Peters, Peter Leineweber & Oliver Meindl
Fotos: Tom Illgner, Carla Peters & Peter Leineweber
Fliegen mit krebskranken Kindern 2026
/in Verein/von Peter LeineweberDie Luftsportgemeinschaft Steinfurt durfte auch in diesem Jahr wieder die Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie des UKM Münster mit ihren Familien auf dem Flugplatz begrüßen. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung und verbrachten gemeinsam einen abwechslungsreichen Tag fernab von Krankenhausalltag und Sorgen. Schon bei der Ankunft war die Vorfreude groß. Nach der Begrüßung zog es viele Besucher direkt auf das Vorfeld, wo die Flugzeuge für die Rundflüge bereitstanden. Für einige Kinder war es der erste Flug überhaupt. Entsprechend groß war die Spannung vor dem Start. Doch die anfängliche
Aufregung wich schnell der Begeisterung, sobald sich die Maschinen in die Luft erhoben und das Münsterland aus der Vogelperspektive erkundet werden konnte.Das Wetter zeigte sich dabei von seiner freundlichen Seite. Bei angenehmen Temperaturen, vielSonnenschein und nur wenig Wind herrschten nahezu ideale Bedingungen für die Rundflüge. So konnten zahlreiche Starts und Landungen durchgeführt werden, zur Freude der kleinen und großenGäste ebenso wie der ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten.
Neben den Flügen sorgte auch die Freiwillige Feuerwehr wieder für ein spannendes Rahmenprogramm. Mit ihren Fahrzeugen und der Drehleiter bot sie eine willkommene Alternative für die Zeiten zwischen den Flügen und weckte bei vielen Kindern große Begeisterung. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Dank zahlreicher Helferinnen und Helfer sowie vieler Spenden stand ein reichhaltiges Kuchen- und Salatbuffet bereit. In entspannterAtmosphäre konnten sich Gäste und Vereinsmitglieder austauschen und gemeinsam einen unbeschwerten Tag genießen.
Besonders beeindruckend war einmal mehr das Engagement aller Beteiligten. Viele Vereinsmitglieder hatten sich bereits Wochen im Voraus auf die Veranstaltung vorbereitet und standen den ganzen Tag als Piloten, Helfer am Boden oder Organisatoren im Einsatz. Am Ende des Tages waren sich alle einig: Die Veranstaltung war erneut ein voller Erfolg. Die strahlenden Gesichter der Kinder und ihrer Familien waren der schönste Dank für alle Beteiligten und zugleich Motivation, diese besondere Tradition auch in Zukunft fortzuführen. Ebenfalls geht ein großer Dank an den Präsidenten des Deutschen Aeroclubs, Claus Cordes, der uns in diesem Jahr zu diesem besonderen Tag besucht hat und ebenfalls Rundflüge mit den Kindern gemacht hat.
Über 250 Starts beim gemeinsamen Pfingstlager
/in Verein/von Peter LeineweberAm Pfingstwochenende haben wir als LSG Steinfurt gemeinsam mit unserem Nachbarverein LfV Greven und dem Segelfliegerclub Twente ein kleines, aber rundum gelungenes Pfingstlager auf unserem Flugplatz veranstaltet.
An den drei Tagen herrschte reger Flugbetrieb. Insgesamt konnten wir über 250 Starts verzeichnen, vom Schulungsflug bis hin zu längeren Thermikflügen war alles dabei. Das Wetter spielte sehr gut mit mit und sorgte dafür, dass die Pilotinnen und Piloten die Tage ausgiebig genießen konnten.
Mindestens genauso wichtig wie die vielen Flüge war aber das Miteinander. Das Pfingstlager bot die perfekte Gelegenheit, sich vereinsübergreifend auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Freundschaften zu pflegen. Ob beim Flugbetrieb, beim gemeinsamen Essen oder beim gemütlichen Beisammensein am Abend, der Spaß kam definitiv nicht zu kurz.
Besonders gefreut hat uns die tolle Zusammenarbeit zwischen den drei Vereinen. Gemeinsam haben wir gezeigt, wie gut Vereinsgrenzen und sogar Landesgrenzen überwunden werden können, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Unterstützung und der Teamgeist aller Beteiligten haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Wochenende so erfolgreich verlaufen ist.
Wir bedanken uns bei unseren Gästen aus Greven und Twente für ein großartiges Pfingstwochenende und freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Flugtage.
Über Kreidefelsen und Küstenlinien – Die Himmelfahrtstour 2026
/in Verein/von Peter LeineweberÜber das Himmelfahrtswochenende vom 15.05. bis 17.05. stand für fünf flugbegeisterte Piloten eine besondere Tour auf dem Programm. Mit unserer ASK16, der FK9 und einer CTLS starteten wir am Freitagmorgen in Borghorst und nahmen Kurs Richtung Ostsee. Die erste Etappe führte uns über Rotenburg bis nach Stralsund. Schon bei der Ankunft wurden wir dort herzlich empfangen. Das gemütliche Clubheim bot die perfekte Unterkunft und sorgte direkt für eine tolle Fliegeratmosphäre. Den Abend ließen wir gemeinsam in einem schönen Lokal bei gutem Essen und vielen Gesprächen ausklingen.
Am Samstag ging es zunächst nach Rügen zum Tanken, bevor der wohl schönste Flugabschnitt der Reise begann. Entlang der beeindruckenden Kreidefelsen bot sich uns ein einmaliger Blick auf die Ostseeküste, ein Erlebnis, das man aus der Luft kaum beschreiben kann. Weiter führte die Route nach Heringsdorf auf Usedom, wo wir die Flugzeugausstellung Hangar 10 besuchten. Zwischen historischen Flugzeugen und spannenden Eindrücken verging die Zeit wie im Flug. Anschließend machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Stralsund. Auch dieser Abend endete in geselliger Runde in einem netten Restaurant und rundete einen perfekten Flugtag ab.
Am Sonntag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Der Rückflug führte uns entlang der Ostseeküste über Lübeck zurück nach Borghorst. Bei bestem Wetter und wunderschönen Ausblicken konnten wir die letzten Stunden dieser Tour noch einmal in vollen Zügen genießen.
Drei Tage voller beeindruckender Flüge, toller Landschaften, guter Stimmung und echter Fliegerkameradschaft machten diese Tour zu einem rundum gelungenen Erlebnis, an das wir uns sicher noch lange erinnern werden.
Die Welt zu Gast in Borghorst-Füchten
/in Verein/von Peter LeineweberNaja, an dieses eher olympische Motto wollen wir dann doch nicht
heranreichen, aber ein Körnchen Wahrheit wird steckt im Mai für die LSG
drin.
Der Twentsche Zweefvlieg Club aus Enschede hat uns in den letzten Tagen
einen Hilferuf geschickt. Deren Grasbahn ist grundüberholt worden und
kann daher in den nächsten Wochen nicht genutzt werden. Und da wir von
Enschede aus einer der nächstgelegenen Segelflugplätze sind, haben sie
angefragt, ob sie im Mai bei uns unterkommen können. Schnell war klar,
dass wir helfen wollen.
An drei Wochenenden im Mai kommen bis zu 15 Personen mit max. 4
Flugzeugen zu uns, um unseren Segelflugbetrieb zu verstärken. Außerdem
bringen sie eine 4-Trommel-Winde und einen passenden Lepo mit. Als
Gegenleistung dafür, dass sie unseren Platz mitbenutzen dürfen,
schleppen sie an den jeweiligen Tagen alle unsere Segelflugzeuge
kostenlos in die Luft.
Wir freuen uns auf interessante Begegnungen und eine Bereicherung für
unseren Flugbetrieb.
Jugendvergleichsfliegen 2025
/in Verein/von Peter LeineweberDie LSG Steinfurt freut sich, in diesem Jahr Gastgeber des Jugendvergleichsfliegens 2025 auf dem Flugplatz Borghorst-Füchten zu sein.
Vom 12.09 – 14.09.2025 werden sich zahlreiche flugbegeisterte Jugendliche aus ganz NRW treffen, um ihr fliegerisches Können im Segelflug zu präsentieren und sich in verschiedenen Wertungsflügen untereinander zu messen.
Das Jugendvergleichsfliegen ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Luftsportjugend. Es bietet jungen Piloten die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, den Umgang mit Wettbewerbssituationen zu üben und den Teamgeist innerhalb der Gemeinschaft zu stärken.
Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Unser Organisationsteam arbeitet intensiv daran, allen Teilnehmenden, Helfern und Gästen ein gelungenes und unvergessliches Wochenende zu ermöglichen. Neben dem sportlichen Teil werden selbstverständlich auch das gemeinsame Miteinander und der Austausch unter den Vereinen im Mittelpunkt stehen.
Wir heißen schon jetzt alle Teilnehmer herzlich willkommen und freuen uns auf eine erfolgreiche und spannende Veranstaltung.
Besuch der Patienten der Kinderonkologischen Station des UKM bei der LSG
/in Flugplatz, Veranstaltungen, Verein/von Markus Bültbrunevon Hans Joachim Liesert
Der Wettergott hatte doch ein Einsehen!
Lange Gesichter machten die Mitglieder der LSG noch am Morgen des 22.5.25. Sagten die einschlägigen Wettervorhersagen doch Seitenwind mit bis zu 30 Knoten in Böen voraus – viel zu viel, um mit den leichten Flugzeugen sicheren Flugbetrieb gewährleisten zu können. Und der war eigentlich wie immer die Hauptattraktion beim Fliegen mit den Patient(inn)en der Kinderonkologie am UKM und ihren Angehörigen.
Zum Glück stand mit der freiwilligen Feuerwehr ein spannendes Alternativprogramm zur Verfügung. Mit der Drehleiter ging es auch ohne Flugzeug in schwindelerregende Höhen. Und am Schlauch konnten alle ihre Treffsicherheit beim Wegspritzen von Lübecker Hüten ausprobieren.
Und dann hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen. Zwischen den Schauern schlief der Wind zeitweise etwas ein, und so konnten doch noch die ersehnten Rundflüge stattfinden. Auch wenn es dabei durchaus wackelig zuging, hatten sowohl Piloten als auch Passagiere ihren Spaß.
Und ein dank zahlreicher Spenden gut gefülltes Buffet sorgte dann auch noch für das sonstige Wohlbefinden.
Am Ende waren dann alle hochzufrieden. Die Gäste, weil sie einen tollen Tag erleben durften. Und die Gastgeber, weil genau das gelungen war.
Vielen Dank an alle, die sich daran so tatkräftig beteiligt haben!
Gruß
Hans Joachim
Fotogalerie mit Eindrücken vom Tag
Durch Klick auf ein Bild wird es in groß angezeigt, mit den Pfeiltasten kann man zum vorherigen oder nächsten Bild navigieren.
Deutschlandflug 2025
/in Jugendgruppe, Verein/von Markus BültbruneVon Peter Leineweber und Carla Peters
Die Wetterprognosen sehen gut aus: Kein Regen zu erwarten, wenig Wind und viel Sonne. Mit dieser beruhigenden Vorhersage steigen wir auf unserem Heimatflugplatz Borghorst- Füchten im Münsterland in die ASK 16 D-KITY unseres Vereins, der LSG Steinfurt, und starten nach Lahr im Schwarzwald. Nach kurzem Zwischenstopp in Koblenz wechseln wir auf Lahr Tower und hören immer mehr Flugzeuge, die wie wir zum Deutschlandflug anreisen. Der Anflug ist dementsprechend anspruchsvoll: So viele Flugzeuge in einer Platzrunde haben wir selten erlebt. Wir, das sind Peter Leineweber und Carla Peters. Wir sind 18 & 19 Jahre alt und nehmen zu ersten Mal am Deutschlandflug teil.
Die Idee zur Teilnahme kommt uns im Winter. Wir werden auf die Möglichkeit der Förderung von Jugendcrews aufmerksam und schnell packt uns die Begeisterung. Aus dem Verein kommt eine Menge Rückhalt und Motivation, sodass wir uns schließlich um die Förderung bewerben. Gespannt warten wir auf das Ergebnis der Bewerbung. Am Ostersonntag dann die Erleichterung, wir sind dabei. Ab da beginnt die Vorbereitung auf den Deutschlandflug. Wir gucken uns verschiedenste Karten an, Videos von vergangenen Deutschlandflügen und machen noch ein paar Trainingsflüge um uns möglichst gut vorzubereiten. Die ganze Vorbereitung wird von Oliver, Robin und Kjell durch regelmäßige Videokonferenzen unterstützt.
Nach insgesamt etwa zwei Stunden Flugzeit in Lahr angekommen, melden wir uns am Flugplatz an. Den Shuttlebus ins Hotel verpassen wir knapp, was uns die Möglichkeit verschafft, direkt viele andere Menschen kennenzulernen und uns vor allem mit den anderen jugendlichen Teams auszutauschen. Schließlich geht es ins Hotel, wo es nach dem Einchecken direkt Abendessen gibt. Beim Essen und bei der anschließenden offiziellen Begrüßung merken wir direkt, wie gut die Stimmung ist und dass wir in die große, familiäre Runde schnell freundlich aufgenommen werden.
Am Morgen des ersten Wettbewerbstags geht es schon früh wieder zum Flugplatz. Nach dem allgemeinen Briefing folgt eine kurze Besprechung der Jugendteams, welche alle erstmalig am Deutschlandflug teilnehmen. Anschließend geht´s zum Flugzeug, um zu checken und uns auf den Flug vorzubereiten. Etwa eine Stunde vor Abflug bekommen wir einen dicken Briefumschlag, welcher alle Wettbewerbsunterlagen, also Karten, Wendepunktfotos und Streckenfotos beinhaltet. Die verbleibende Zeit nutzen wir nun intensiv, um uns gezielt auf die Wettbewerbsaufgaben vorzubereiten. In der Vorbereitung auf die Strecke befasste sich Carla als Navigatorin damit, die Streckenfotos anhand von kleinsten Merkmalen, wie eine bestimmte Straßenführung die zu erkennen war, auf der Karte zu finden und für den Flug vorzumerken. Peter als durchführender Pilot hingegen beschäftigte sich während der Vorbereitungszeit mit der Planung der Strecke und der Zeit. Langsam werden wir auch etwas nervös – immerhin unser erster Navigationsflug unter Wettbewerbsbedingungen!
Nach dem Start können wir letzte Blicke auf den Schwarzwald genießen, doch insgesamt konzentrieren wir uns sehr auf unsere Wettbewerbsaufgaben. Unser Flug führt am Schwarzwald entlang, vorbei an Karlsruhe und über den Pfälzer Wald bis nach Saarlouis im Saarland. Landschaften, die wir beide bislang aus der Luft außer von der Anreise noch nicht kennen. Zum Sightseeing fehlt allerdings die Zeit. Die Erfüllung der Aufgaben verlangt uns beiden zwar höchste Konzentration ab, macht aber auch großen Spaß. Besonders spannend ist die Verfolgung einer Bahnlinie, welche mal über- und mal unterirdisch verläuft. Hier verfliegen wir uns kurz, erreichen unser Ziel aber dennoch ohne Probleme. Erster Flug geschafft! Was uns nach dem Flug schnell klar wurde ist, wie wichtig bei der Zusammenarbeit im Cockpit die Aufteilung der Aufgaben ist. Peter befasste sich ehr mit den fliegerischen Aufgaben. Das heißt in der vorgegebenen Zeit zu starten, den Flieger nach Karte zu navigieren, die Wegpunkte auf die Sekunde genau zu erreichen und die Ziellandung so gut wie möglich zu treffen. Carlas Aufgaben wahren die Streckenfotos in der Landschaft zu finden, die Wendepunkte sowie die Wendepunktfotos zu identifizieren und Peter bei der Einhaltung der Zeit sowie beim Navigieren zu unterstützen.
Nach der Landung steht noch eine Besichtigung im Erlebnisbergwerk Velsen auf dem Programm, was eine schöne Abwechslung darstellt. Am zweiten Tag geht es nach Oppenheim, die kürzeste Strecke des Deutschlandflugs. Briefing, Checken, Tanken, Flugvorbereitung und los geht´s. Der Flug ist wieder spannend und es gibt eine Menge zu sehen. In Oppenheim haben wir schließlich den Rhein wieder eingefangen, welchen wir ja am Tag zuvor bei Karlsruhe verloren haben. Der Flugplatz liegt direkt am Rhein, daher ist der Anflug sehr schön. In der Vereinshalle erwartet uns ein reichhaltiges Kuchen- und Brötchenbuffet. Den Tag lassen wir gemeinsam mit den anderen Jugendteams in der Innenstadt von Wiesbaden ausklingen.
Immer dem Mittelrhein entlang, das ist quasi das Motto des letzten Wettbewerbsflugs. Der Weg nach Leverkusen führt uns vorbei an der Loreley, dem Schloss Drachenburg, dem Braunkohletagebau Hambach und an der Stadt Köln. Den Dom können wir leicht verschwommen in der Ferne erkennen. Besonders der Rhein sieht sehr eindrucksvollen oben aus. In Leverkusen steht am Abend die Abschlussveranstaltung gemeinsam mit der Touringgruppe auf dem Programm. Wir sind sehr glücklich, dass wir dabei waren, aber auch traurig, dass der Deutschlandflug 2025 schon wieder vorbei ist. Zwar bekommen wir keine Medaille, aber eine Platzierung im Mittelfeld sowie den dritten Platz in der Landewertung ist fürs erste Mal doch ganz gut. Außerdem stand insgesamt der Spaß am Fliegen vor dem Wettbewerb im Vordergrund.
Nach einem vergleichsweise kurzen Rückflug kommen wir schließlich am Sonntagmittag nach insgesamt etwa zehn Stunden Flugzeit wieder zu Hause in Borghorst an. Cockpit aufräumen, Flugzeug waschen und in die Halle schieben sind die letzten Punkte, bevor es für uns wieder ganz nach Hause geht. Es dauert aber noch lange, bis die vielen Eindrücke dieser außergewöhnlichen Flugreise abschließend verarbeitet sind. Wir möchten uns ganz herzlich bei der Bundeskommission Motorflug des Daec für die Förderung bedanken, ohne die währe eine Teilnahme für uns nur sehr schwer möglich. Außerdem möchten wir uns auch bei den beiden Navgeeks Oliver und Robin bedanken, die uns sowohl in der Vorbereitung als auch während des Wettbewerbs unterstützt haben. In der Zeit des Wettbewerbs haben wir viel gelernt, viele beeindruckende Landschaften gesehen und auf jeden Fall eine menge Spaß gehabt. Klar ist: Wir haben schon jetzt Lust auf den Deutschlandflug 2027!
Ein klassischer Segelflugtag
/in Jugendgruppe/von Markus BültbruneMorgens beim Briefing um 10:00 Uhr ist die Luft noch kühl und feucht, aber der Himmel ist blau und die Sonne hat schon Kraft. Das verspricht gute Thermik, die der Motor für unsere Segelflieger ist.
Nachdem die Flugzeuge aus der Halle gezogen und gecheckt sind, werden sie eines nach dem anderen hinter den Lepo (ein Schleppfahrzeug) gehängt und zum Start gezogen. Die Winde positioniert sich auf der gegenüberliegenden Seite des Flugplatzes, und mit dem Lepo werden die Schleppseile von der Winde zum Start gezogen.
Auch wenn die Flugschüler schon einige Starts gemacht haben, ist -gerade am Anfang der Saison- doch immer ein bisschen Aufregung spürbar, wenn man sich in den Flieger setzt.
Am Start sich alle Segelflieger, Fluglehrer und -Schüler, um gemeinsam einen schönen Segelflugtag zu verbringen. Segelflug ist Teamsport: Einer kümmert sich um die Kommunikation per Funk, der Segelflugschüler und der Fluglehrer setzen sich in das Flugzeug. Der Starthelfer klingt das Windenseil ein und hält die Flächen (Flugzeugflügel) waagerecht.
Dann zieht die Winde das Seil straff und schießt das Flugzeug in den blauen Himmel.
„90, schneller! 100! 120, langsamer“ funkt der Pilot den Windenfahrer an, um mit optimaler Geschwindigkeit zu starten. Dann klinkt in ca. 250 m Höhe das Seil aus und plötzlich ist alles still.
Man gleitet im Segelflugzeug über die Gegend und sucht nach Thermik, die einen weiter nach oben in den Himmel trägt.
Irgandwann geht es dann wieder zurück zum Platz. In ca. 200 m Höhe fliegt man in Sichtweite am Flugplatz vorbei in der sogenannten Platzrund. Hinter den Platz fliegt man dann ein kleines Stück im Queranflug, bis man die gedachte Verlängerung des Platzes erreicht. Dann dreht man den Flieger Richtung Landebahn, zieht die Luftbremse und sinkt langsam dem Boden entgegen.
Nach dem sachten Aufsetzen rollt das Flugzeug bis zum Stillstand die Bahn entlang und bleibt schließlich stehen. Egal wie lange der Flug gedauert hat: Er war zu kurz und am liebsten geht es direkt wieder in den Himmel.
Viel zu schnell ist dann ein Tag auch schon wieder herum beim Schönsten Hobby der Welt…
„Das wäre doch vielleicht was für mich…“ denkst Du gerade? Dann komm doch mal vorbei am Flugplatz oder probiere es mit unserem Schnupperfliegen-Angebot.