Über uns

Die LSG Steinfurt besteht aus rund 120 Vereinsmitgliedern, 80 von ihnen sind aktive Piloten. Unter ihnen sind Große und Kleine, Dicke und Dünne, Junge und Alte, Männer und Frauen, Menschen aus allen Berufen. Wir betreiben unseren Sport auf dem Segelfluggelände Borghorst-Füchten zwischen den Städten Steinfurt-Borghorst und Emsdetten, etwa 30 km nördlich von Münster. Neben dem Flugfeld steht unser Hangar mit integrierter Werkstatt sowie unser Vereinsheim mit Terrasse. Ein kleiner Campingplatz für Übernachtungen am Flugplatz steht unseren Vereinsmitgliedern zur Verfügung.

Wir fliegen hier an Wochenenden, an Feiertagen, während der Ferien und oft auch während der Woche nach Feierabend. Eben immer dann, wenn das Wetter uns lässt.

Die Geschichte der Luftsportgemeinschaft Steinfurt e.V.

Bereits im Jahre 1932 schlossen sich in Borghorst und Burgsteinfurt am Luftsport Interessierte zusammen und gründeten Fliegerortsgruppen des Deutschen Luftsportverbandes. Nach kurzer Bauzeit konnte bereits ein Schulgleiter „Grunau 9“ mit Gitterrumpf fertiggestellt werden. Nach der erfolgten Abnahme durch den Prüfer des Deutschen Luftsportverbandes erfolgten in Borghorst auf „Raestrups Wiese“ an der Burgsteinfurter Straße die ersten Starts mit dem Gummmiseil. Dort wurde dann am Wochenende geflogen, bis sich im März 1935 eine Wiese an der „Feldscheune“ bei Gut Gravenstein als Flugplatz anbot. Hier auf dem Flugplatz „Kiebitzheide“ wurde 1936 auch ein Flugtag mit Motor- und Segelflugzeugen veranstaltet. Der Flugplatz wurde am 16. 7. 1937 wieder aufgegeben, da die mit dem Gummiseil gestarteten Schulgleiter dort nur kurze Hüpfer durchführen konnten.

Aber nicht nur Schulgleiter wurden gebaut, sondern auch Segelflugzeuge, die mit einer Motorwinde in die Luft gezogen wurden. Nach der Aufgabe des Flugplatzes „Kiebitzheide“ wurde auf den Segelfluggeländen „Hüttruper Heide“ in Greven (dem heutigen Verkehrsflughafen Münster-Osnabrück) und in den Borkenbergen bei Dülmen gestartet. Die Ausübung des Flugsports wurde schließlich durch den zweiten Weltkrieg mehr und mehr unmöglich gemacht.

Nach 1945 verboten die Alliierten den Luftsport in Deutschland. Doch schon 1951 und 1952 bildeten sich in Burgsteinfurt und Borghorst neue Segelflug-Interessengemeinschaften. In Burgsteinfurt baute man ein doppelsitziges Segelflugzeug, während die Borghorster eine Doppeltrommelschleppwinde „System TOST“ in Arbeit nahmen. Erst 1955 konnten wieder Luftsportvereine gegründet werden. Der Flugbetrieb begann dann 1956 auf den Flugplätzen Borkenberge, Rheine-Eschendorf, Borken und Ibbenbüren-Uffeln mit eigenem Gerät, ab 1957 auch wieder an der „Hüttruper Heide“.

Am 1. Mai 1959 konnte nach umfangreichen Eigenleistungen der Mitglieder das Segelfluggelände „Borghorst-Füchten“ eröffnet werden. Für den Schulbetrieb standen seinerzeit zwei doppelsitzige Segelflugzeuge vom Typ „Doppelraab“ zur Verfügung, für den Leistungsflug ein einsitziges „Grunau-Baby IIb“. Im gleichen Jahr wurden noch ein „L-Spatz 55“ auf den Namen „Bagno-Spatz“ und ein doppelsitziger „Rhönadler Ka 7“ auf den Namen „Brachvogel“ getauft und in Betrieb genommen.

1960 wurde die Flugzeughalle fertiggestellt und im folgenden Jahr das Fluggelände auf 1000 m Länge erweitert. Im August 1961 wurde eine „Ka 8“ mit dem Namen „Füchten-Kiebitz“ fertiggestellt. Im Jahre 1962 lösten sich aus rechtlichen Gründen die beiden Luftsportvereine Borghorst und Burgsteinfurt auf und schlossen sich zur „Luftsportgemeinschaft Steinfurt e.V.“ zusammen. Um die bereits vorbildliche Jugendarbeit zu intensivieren, entstand die erste Schülerfluggemeinschaft im Kreis Steinfurt mit Mitgliedern aus allen Schulformen. Die Federführung oblag dem Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt, ab 1969 dem Gymnasium Borghorst. Die Schülerfluggemeinschaft existiert auch heute noch und ist ein Zeichen der guten Jugendarbeit der Luftsportgemeinschaft.

Im Frühjahr 1964 konnte das in Eigenleistung der Mitglieder erstellte Clubheim eröffnet werden. Am 1. Januar 1965 löste sich der Luftsportverein Laer auf und trat geschlossen in die Luftsportgemeinschaft Steinfurt e.V. ein. In den folgenden Jahren wurde das Fluggerät immer wieder modernisiert, da die Entwicklung im Segelflugzeugbau durch den Einsatz von Kunststoffen mit Riesenschritten voranging.

Den ersten Motorsegler vom Typ SF 25 B „Motorfalke“ erhielt die Luftsportgemeinschaft im Jahre 1972. Bereits im nächsten Jahr wurde dieses Flugzeug durch die modernere Ausführung SF 25 C ersetzt. Der Motorsegler bot den Piloten neben dem Reiseflug auch die Möglichkeit, sich in den segelflugfreien Wintermonaten in šÜbung zu halten. Am 2. Oktober 1974 traf in Borghorst der neue zweisitzige Motorsegler „ASK 16“ ein und erhielt die amtliche Zulassung „D-KITY“. Die ASK 16 wurde und wird von den Piloten häufig für Reiseflüge eingesetzt. So führten die weitesten Flüge die Piloten der LSG Steinfurt zum Nordkap, nach Malaga und in die Türkei.

Seit 1990 werden in Borghorst (nach einer kurzen Versuchsphase Mitte der achtziger Jahre) auch Ultraleichtflugzeuge betrieben. 1992 wurde ein zweiter Motorsegler vom Typ SF 25 B angeschafft, der vor allem für die Schulung eingesetzt wird.

Von 1995 bis 2002 fand auf unserem Segelfluggelände die Montgolfiade statt, der älteste Heißluftballonwettbewerb Europas, wenn nicht der Welt. In den ersten beiden Jahren allerdings mit Wetterpech, denn die Bedingungen ließen erst 1997 zu, dass auch wirklich Ballons starten konnten.

1997 wurde der erste PC im Clubheim installiert, der erstmals Zugriff auf detaillierte Wetterinformationen des Deutschen Wetterdienstes zuließ – damals noch ohne Internet!

Verschärfte Umweltgesetzgebungen führten dazu, dass die LSG von 1998 bis 2001 einen Disput mit den Umweltbehörden um die Ausgestaltung der Tankstelle führte, was von November 1999 bis Mai 2001 sogar zu einer Stilllegung der Zapfsäule führte.

Ein Fliegerlager führte die Mitglieder der LSG 1998 ins polnische Zielona Gora.

Das Jahr 1999 war in vieler Hinsicht bemerkenswert. Bei einer Jubiläumsfeier konnte der Verein auf das 40-jährige Bestehen des Platzes zurück blicken. Der alte B-Falke wurde zugunsten eines Rotax-Falken ausgetauscht, der im Jahr darauf auch mit einer Schleppkupplung ausgestattet wurde. Erstmals verfügte die LSG damit über ein eigenes Flugzeug, mit dem Segelflugzeuge im sog. F-Schlepp gestartet werden konnten. Gleichzeitig begann die Grundüberholung des gelben Motorseglers D-KITY, die – in Eigenarbeit ausgeführt – annähernd zwei Jahre dauern sollte.

Die erste Webseite der LSG gimg im Frühjahr 2000 online, auch wenn diese vom Flugplatz selbst mangels Internet-Anschluss noch nicht erreichbar war.

Im Jahr 2001 richtete die Jugendgruppe im Auftrag des DAeC Landesverbandes Nordrhein-Westfalen den Luftsportjugendtag aus. Und die Montgolfiade wurde, wie auch im Folgejahr, erstmals mit einem Segelkunstflugwettbewerb kombiniert

Die vielfältigen Änderungen des Luftrechts hatten 2003 eine recht heftige Auswirkung auf den Verein. Mit der europaweiten Vereinheitlichung der Ausbildungsvorschriften entfiel die Möglichkeit, die sog. Fußgängerausbildung auf Motorseglern anzubieten. Wer in der LSG Motorflug lernen wollte, musste nun zuerst eine Segelfluglizenz erwerben. Außerdem erfolgte in diesem Jahr die Verbreiterung des Flugplatzes um ca. 10 Meter und die Jugendgruppe richtete für den Landesverband das Jugendvergleichsfliegen aus.

Turbulent ging es 2004 zu. Zunächst wurde die das Segelflugzeug vom Typ LS 3 gegen eine ASW 20 ausgetauscht. Dann führten übermäßige Kontrollen der Luftaufsicht Münster zu einem Konflikt der Vereine im Münsterland mit der Bezirksregierung, der sogar so weit ging, dass der 1. Vorsitzende des Vereins die Einstellung des Flugbetriebs, für den Fall einer Kontrolle, empfahl. Und wieder einmal sorgte eine rechtliche Änderung für eine erhebliche Belastung der Vereinskasse, denn eine neue Kleinkläranlage musste am Clubheim installiert werden.

Der Wegfall der Fußgängerausbildung sorgte dafür, dass nach intensiven Strategiediskussionen im Verein im Jahr 2005 ein Konzept für den Betrieb eines vereinseigenen Ultraleichtflugzeuges erarbeitet wurde. Die Umsetzung erfolgte ab dem Jahreswechsel 2005/2006. Ein Leasing-Vertrag für eine UL wurde geschlossen, die beiden ersten Fluglehrer der LSG erweiterten ihre Lehrberechtigung auf die neue Sparte. Außerdem wurde mit einer Ka 6 CR ein über 40 Jahre alter Segelflugoldtimer für Platzflüge angeschafft. Schlechte Nachrichten gab es vom Rotax-Falken. Nach einem Startunfall Mitte des Jahres musste dieser umfassend repariert werden und fiel für den Rest der Saison aus.

Das Vereinslogo seit 2015

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Grunau Baby II im Bau - 1936

Grunau Baby II im Bau – 1936

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