Turnübungen am Himmel

Pressemeldung: Kunst kommt von Können – das mussten jetzt auch vier Piloten erfahren, die am Flugplatz Borghorst-Füchten an einem Segelkunstflug-Lehrgang teilnahmen. Denn während die bekannteste Kunstflugfigur – der Looping – durch gefühlvolles ziehen am Steuerknüppel noch relativ einfach zu fliegen ist, verlangen alle anderen Figuren ständige Übersicht und einen koordinierten Einsatz aller Ruder. Da kann man als Anfänger schnell mal den Überblick verlieren, wenn plötzlich die Erde nicht mehr unter einem ist, während man gleichzeitig mit dem Vielfachen des Körpergewichts in den Sitz gepresst wird.

Gut, wenn da erfahrene Kunstfluglehrer das Flugzeug wieder in eine normale Fluglage bringen können. War der Himmel wieder oben und die Erde unten, konnte der Kunstflugaspirant die Übung wiederholen. Mit viel Geduld brachten die Fluglehrer Rolf Kortejohann aus Bielefeld, Gregor Arnsberg aus Telgte und Jens Dissel aus Borghorst den Piloten die verschiedenen Kunstflugfiguren bei. Bei den angehenden Segelkunstfliegern handelte es sich durchweg um erfahrene Segelflieger, die ihr fliegerisches Können verbessern wollten, um ein Flugzeug in buchstäblich jeder Lage beherrschen zu können – ähnlich eines Schleuderkurses für Autofahrer. Begonnen wurde morgens mit einem gemeinsamen Frühstück im Clubhaus, bei dem neben den theoretischen Grundlagen der Tagesablauf besprochen wurde. Anschließend brachten Motormaschinen die speziell für Kunstflug zugelassenen doppelsitzigen Segelflugzeuge jeweils auf eine Höhe von rund 1.400 Metern. Bis zur Mindesthöhe von 600 Metern durfte „geturnt“ werden – ausreichend Zeit also, die erforderlichen Übungen zu absolvieren. Beherrschte der angehende Kunstflieger dann alle relevanten Figuren, erhielt er vom Fluglehrer die Freigabe, die Kunstflugfiguren alleine zu fliegen. Dabei beobachtete der Fluglehrer den Flug vom Boden aus, um notfalls über Funk eingreifen zu können. Die Tage endeten mit einem gemütlichen Abendessen in der Gaststätte Hersping. Am Ende der Woche waren alle Teilnehmer Reif für die Prüfung. Wie bei einer Führerscheinprüfung mussten die Piloten dem Prüfer beweisen, dass sie ein vorgegebenes Kunstflugprogramm sauber und sicher fliegen können. Die Qualität der Ausbildung  zeigte sich darin, dass alle vier Piloten Hermann Innig von der Bezirksregierung überzeugten und nun die Erlaubnis zum Segelkunstflug besitzen. Aufgrund dieses Erfolgs wird bei entsprechender Nachfrage auch im nächsten Jahr ein Kunstfluglehrgang stattfinden.

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